Meerbusch: Aldenhoff scheut den Schlusspfiff
VON NORBERT STIRKEN - zuletzt aktualisiert: 06.02.2010Düsseldorf (RPO). Schule und Sport bestimmen das Leben von Dieter Aldenhoff (60). Der Leiter der Adam-Riese-Grundschule ist ambitionierter Tennisspieler und war langjähriger Funktionär im Kreissportbund beim Bildungswerk.
Dieter Aldenhoff kann's nicht lassen. Eigentlich hatte der Schulleiter der Adam-Riese-Grundschule in Büderich sein Engagement als Sportler und Funktionär schon beendet. Doch schon steckt er wieder mittendrin – als aktiver Tennisspieler in der Medenmannschaft von Schwarz Weiß Neuss und als Initiator der Crash-Kurse für Lehramtsanwärter im Fach Sport. 46 Teilnehmer habe es bei der Premiere gegeben, berichtet der 60-Jährige aus Grevenbroich-Kapellen.
Die Kombination von Unterricht und Sport begleitet Aldenhoff sein ganzes Leben. Während er selbst noch in die Schule ging, spielte er Fußball, Tischtennis und Tennis. Dann studierte er Sport und Mathematik, wurde Lehrer an der Karl-Arnold-Hauptschule in Büderich und später Rektor der Hildegundis-Grundschule an der Witzfeldstraße. Parallel gab er Kurse im Bildungswerk des Landessportbundes, war Beauftragter der Bezirksregierung für den Sport an Grundschulen im Rhein-Kreis Neuss, übernahm das Lehrgangswesen im Kreissportbund und vertrat den Verband lange als zweiter Vorsitzender. Nach 24 Jahren hörte er im Oktober auf. Die Pause dauerte aber nicht lange.
"Der Kontakt mit Menschen macht mir großen Spaß", sagt Aldenhoff und droht augenzwinkernd, er würde sich als Schulleiter verpflichten, bis zum 85. Lebensjahr weiterzumachen. "Das Unterrichten hält jung und ist allemal besser als Geschichten über Krankheiten auszutauschen", sagt er. Stresssymptome habe er keine, stelle sie eher bei den Kindern fest. Das vorzeitige Einschulen werde zum Normalfall, Früherziehung, Musikunterricht, Ballett – der Terminplan der Jungen und Mädchen sei dicht gefüllt. "Die Zeit ist hektischer geworden", betont Aldenhoff – und sprachloser. Viele Kinder säßen regelmäßig vor dem Fernsehgerät, bekämen nichts vorgelesen, unterhielten sich weder mit Geschwistern noch mit Vater und Mutter und wiesen entsprechende Defizite auf. "Das trifft natürlich nicht auf alle zu", schränkt der Pädagoge ein.
Die Klientel an der Adam-Riese-Schule spiegele die gesellschaftliche Lebenswirklichkeit wider und sei absolut normal. Auf seine Schule und seine Kollegen hält er große Stücke, ist stolz auf die Arbeit mit dem Nachwuchs. Zwei Sonderpädagogen im Kollegium böten sogar die Möglichkeit für behinderte Kinder, am gemeinsamen Unterricht teilzunehmen.
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