Meerbusch: Alles für die Party
VON SARAH DICKMANN - zuletzt aktualisiert: 29.01.2009Düsseldorf (RPO). Bei "Rent4Event" gibt es auf 2000 Quadratmetern so gut wie alles: 32 000 Alt-Gläser zum Beispiel, und 12 500 Speiseteller. 2000 hat sich das Unternehmen auf dem Böhlergelände angesiedelt – und ist seitdem stetig gewachsen.
büderich Kai Achim Klinger würde gern einen Latte Macchiato anbieten. Aber der riesige Kaffeeautomat ist weg – verliehen. "Wenn's drauf ankommt, vermieten wir auch den", erklärt der 35-Jährige. In den Hallen 18 und 20 des Böhler-Geländes gibt es nichts, was es nicht gibt, wenn man an Hochzeiten, politische Empfänge, Auto-Präsentationen oder Firmenfeiern denkt. Bis an die Decke stapeln sich Kisten mit Gläsern, Tellern und Tassen in allen erdenklichen Formen, es gibt Hunderttausende Besteck-Teile, rote Absperrbänder, Stehtische, Lounge-Möbel und Spülautomaten.
Nur eines haben die Produkte in ihrer Mannigfaltigkeit gemeinsam: ihre Qualität. Das Sortiment sucht Geschäftsführer Klinger mit seinem Team sorgfältig aus: Eckige Tassen, geschwungene Gabeln, schiffchenförmige Teller. Er weiß, was bei seinen Kunden ankommt – zumeist Stammkunden mit großem Namen: SPD, CDU, Messe Düsseldorf, deutsche Botschaft Paris, Sparkasse, BMW, Meilenwerk, boot, "Bambi"-Organisatoren.
Jung und dynamisch
Veranstaltungen für bis zu 300 Personen auszustatten mit allem, was auf den Tisch kommt, sprich, Glas, Porzellan und Besteck, das war sein Ziel, als er sich vor acht Jahren mit jeder Menge Eigenkapital selbständig machte. "Die Banken haben nicht an meine Geschäftsidee geglaubt", erzählt er. Mittlerweile kann "Rent4Event" problemlos Empfänge mit 5000 Gästen ausrichten. Die Verleih-Branche boomt, weiß er, ein Trend, der in den 90er Jahren aus den Benelux-Ländern nach Deutschland kam. Immer weniger Gastronome haben Raum für so viel Material, und auch keine Zeit, um es in Schuss zu halten. Im jungen, dynamischen Team auf dem Böhlergelände werden immer wieder neue Ideen geboren, um die Abläufe zu optimieren: Exakt stapelbare Boxen hat Klinger entworfen, außerdem eine Spülmaschine für Besteck entwickeln lassen, bei der Keramikstifte das Besteck schonend polieren. Denn die benutzten Utensilien des Non-Food-Caterers kehren schmutzig auf das Böhler-Gelände zurück – manchmal 60 000 Teile am Tag, und häufig mit eingetrockneten Speiseresten.
Kai Achim Klinger, der gelernter Einzelhandels-Kaufmann ist und und früher bei einem seiner heutigen Mitbewerber gearbeitet hat, scheint für alles eine Lösung zu finden. Er hat Erfahrung mitgebracht und noch mehr gemacht in den vergangenen acht Jahren, er hat eine Menge Eigenkapital in seine Firma gesteckt und ist heute rundum zufrieden mit seinem Traumjob. Auch, wenn zu oft unmöglichen Zeiten das Telefon klingelt und kurzerhand noch umdisponiert werden muss. Klinger gefällt auch der Standort seines Unternehmens: Tolle Verkehrsanbindung, nette Leute drumherum und jede Menge Platz. Wobei die zuerst angemietete Halle schon rasch nicht mehr ausreichte: "Ja, es läuft wirklich sehr gut", berichtet Klinger, der mittlerweile 2000 Quadratmeter des Geländes bewirtschaftet. So gut, dass sein Bruder 2004 eine Zweigstelle der Verleihfirma in Berlin aufzog.
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