Meerbusch: Alte Schule: Neubau kommt
VON HEIKE SCHOOG UND JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 09.05.2009Düsseldorf (RPO). Die CDU hat ihren Kurswechsel in Sachen Alte Schule nun auch im Hauptausschuss vollzogen: Abriss und Neubau erwiesen sich als vernünftigste Lösung. Vorher gab es noch Ärger zwischen CDU-Stadtverband und Feuerwehr.
LANGST-KIERST Die Kuh ist vom Eis. Wie erwartet sprach sich der Hauptausschus für den Abriss der Alten Schule Langst-Kierst aus. Gebaut werden soll jetzt ein Feuerwehrgerätehaus mit Bürgersaal. Aufatmen bei der Feurwehr, die die emotional geführte Diskussion mit Unverständis verfolgt hatte. Aufatmen auch bei CDU-Fraktionschef Werner Damblon, der Not hatte, seine Parteifreunde von einer vernünftigen Lösung zu überzeugen. Der CDU-Ratsherr und stellvertretender Bürgermeister Franz-Josef Radmacher, der sich vehement für den Erhalt der Schule an der Langster Straße stark gemacht hatte, war der Sitzung fern geblieben.
Just Gérard, Technischer Dezernent, rechnete vor, dass eine Sanierung des maroden Schulgebäudes plus Anbau eines Feuerwehrgerätehauses nicht unter 1,28 Millionen Euro zu machen sei. Der jetzt beschlossene Neubau soll einschließlich Abriss der Schule nicht mehr als 950 000 Euro kosten. Optisch soll er sich ins Dorfbild einpassen.
"Angesichts der Kosten haben wir uns natürlich umentschieden", begründete Damblon das Votum der CDU. Ilse Niederdellmann von der SPD, die gemeinsam mit FDP, Grünen und FDP von Anfang an gegen den teuren Erhalt der Schule gestimmt hatte, begrüßte den Beschluss, Gesine Wellhausen (FDP) fand ihn mutig, hätte sich aber mehr Transparenz gewünscht. Die Anregung der Grünen, die Schule zu verkaufen und einen neuen Standort für die Feuerwehr zu suchen, kommentierte Niederdellmann mit: "Das sind Stammtischideen." Wellhausen zählte hingegen Vorteile auf: "Dann könnte das alte Haus für die Bauzeit als Zwischenlösung dienen. Auch wäre der Standort alte Schule für Investoren sicherlich nicht uninteressant." Angesichts der verstrichenen Zeit wurden diese Anregungen nicht in den Beschluss aufgenommen. "Ich bin nicht dafür, die Standortfrage noch einmal zu diskutieren", sagte Bürgermeister Dieter Spindler. Feuerwehrmann Wolfgang Parlings, der "als Privatmann" 384 Unterschriften gegen die Sanierung der Schule gesammelt hatte, freute sich über den Beschluss.
Protest gegen CDU-Flugblatt
Auf Parlings Aktion hatte eine Gruppe von CDU-Ratsherren um Radmacher mit der Verteilung eines Flugblatts an alle Langst-Kierster gekontert. Im Namen des CDU-Stadtverbands wurden darin "Teile der Feuerwehr" scharf angegriffen, da sie sich vor den Karren derer spannen ließen, die "mit Stimmungen Wahlkampf machen". Die Feuerwehrführung reagierte mit einem geharnischten Protest an Bürgermeister Spindler und den Vorsitzenden des CDU-Stadtverbands, Lutz Lienenkämper. Nach der Entscheidung ist nun wieder Ruhe eingekehrt, wobei es Feuerwehr-Chef Herbert Derks jedoch "überhaupt nicht gut findet", dass die CDU den Vorwurf gegen die Wehr weiterhin auf ihrer Homepage verbreitet.
Wolfgang Parlings verband seine Stellungnahme mit dem Wunsch an Politik und Verwaltung, den Neubau leicht versetzt anzulegen, damit in der Mitte Raum für einen "Dorfplatz" bliebe. Gérard will dies prüfen.
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