Meerbusch: Bauhof soll Millionen bringen
VON NORBERT STIRKEN - zuletzt aktualisiert: 07.02.2012Meerbusch (RP). Die Stadt plant auf mehr als 13.000 Quadratmetern im Büdericher Norden ein Wohngebiet in guter Lage. Noch arbeitet die Verwaltung am Vorentwurf. Das Projekt genießt politisch hohe Priorität.
Hinter der nüchternen Bezeichnung Vorentwurf zum Bebauungsplan 82 verbirgt sich ein Millionengeschäft. Die Stadt will aus dem Gelände des früheren Bauhofs in Büderich ein Wohngebiet machen. Allein der kommunale Anteil des Areals ist mehr als 13.000 Quadratmeter groß. Hinzu kommen noch einige private Brach- und Gartenflächen an den Straßen Am Breil und Am Pützhof, die zum jetzigen Stand der Planung aber noch nicht endgültig festgelegt sind.
Nach der Faustformel Grundstücksgröße minus 20 Prozent für öffentliche Stellplätze, Grünanagen, Wege und Straßen mal Bodenrichtwert dürfte sich die städtische Einnahme in einer Größenordnung von rund fünf Millionen Euro bewegen. Im Hinblick auf den defizitären Etat der Stadt wäre das ein Plus auf der Habenseite, das die Politik lieber heute als morgen verbucht haben möchte. "Das Projekt hat eine hohe Priorität", erklärte Ulrich Hüchtebrock, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung und Bauaufsicht in der Stadtverwaltung.
Erste Entwürfe sehen vor, dass mehrgeschossige Bauten entlang der Moerser Straße eine Art Riegel bilden, der auch die Funktion als Schutz vor dem Straßenverkehrslärm für die zukünftigen Bewohner im rückwärtigen Bereich erfüllen soll. In guter Wohnlage sollen großzügig bemessene Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen, informierte der Technische Dezernent Dr. Just Gérard auf RP-Anfrage. Darüber hinaus soll der Schackumer Bach, der in einem Betonrohr verläuft, offen gelegt und der Graben begrünt werden, erklärte Jürgen Gatzlik, Immobilienexperte der Stadt. "Ich gehe davon aus, dass wir die Bauflächen zum Höchstgebot an den Mann oder an die Frau bringen werden", sagte er.
Ob der Vorentwurf noch in diesem Jahr den Kommunalpolitikern im Planungsausschuss vorgestellt werden kann, ist noch nicht sicher. Hüchtebrock ist da etwas optimistischer als sein Chef. "Vielleicht vor den Sommerferien, und dann gehen wir damit in eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung", sagt er. Dr. Gérard ist zurückhaltender: "eher zum Jahresbeginn 2013".
Im Moment läuft die Ausschreibung für den Auftrag, das frühere Bauhofareal mit Ausnahme von Mauern und Zäunen freizuräumen und die Gebäude abzureißen. Mit Altlasten, so Gérard, sei nicht zu rechnen.
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