Meerbusch: „Dorfpunk“ im Wasserturm
VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 13.01.2009Düsseldorf (RPO). „Rock am Turm“ holt den Punk-Veteran und Popliteraten Rocko Schamoni am 7. Februar nach Lank. Der 42-Jährige will ein „Best of“-Programm seiner drei Bücher präsentieren. Heute startet der Vorverkauf.
Kabarett-Auftritte und tiefgründige Lesungen gibt es in Meerbusch reichlich. „Was fehlt, sind Kultstars“, meint Punk-Legende Wolfgang „Wölli“ Rohde. Der Verein „Rock am Turm“ will diese Lücke im Februar durch das Engagement von Rocko Schamoni füllen. Der Hamburger wurde in den vergangenen Wochen in der Krefelder Kufa und dem Düsseldorfer Zakk von hunderten Besuchern gefeiert.
Anfang der Achtziger Jahre stieß Schamoni (der mit bürgerlichem Namen Tobias Albrecht heißt) zur Punk-Band Warhead. Später landete er bei den Goldenen Zitronen, die zusammen mit den Toten Hosen kreuz und quer durch die Republik tourten. Aus dieser Zeit rührt auch die Bekanntschaft mit Ex-Hosen-Schlagzeuger Wölli.
Vorverkauf
Termin Samstag, 7. Februar, 20 Uhr, Forum Wasserturm, Lank
Karten kosten 10 Euro im Vorverkauf und 14 Euro an der Abendkasse.
VVK-Stellen Karten gibt es bei den Meerbuscher Buchhandlungen, bei Heinersdorff (U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee, Düsseldorf) sowie online auf der Internetseite www.rockamturm.com.
Schamoni erwies sich in den folgenden Jahren als kreativer Tausendsassa. Er schauspielerte, komponierte Theatermusik und öffnete in Hamburg den bekannter Szeneladen Golden Pudel Club, wo sich bald die Größen der entstehenden Popliteratur die Klinke in die Hand gaben.
„Risiko des Ruhms“
Literarisch machte Schamoni ab 2000 von sich reden. Mittlerweile hat er drei Romane verfasst: „Risiko des Ruhms“, „Dorfpunks“ und „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“. „Die Vorstellungen sind urkomisch. Der Typ schreibt besser als er je Musik gemacht hat“, schwärmt Wölli.
Im Dorfpunks-Roman beschreibt Schamoni augenzwinkernd die eigene turbulent-stinklangweilige Jugend Ende der Siebziger Jahre als heranwachsender Punkrocker in der biederen schleswig-holsteinischen Provinz. Die pubertären Vergnügen der jungen Anarchos bestanden dabei in der Regel aus Diskoschlägereien, dem Anzünden von Strandkörbe und dem Diebstahl von Alkohol. Der Roman von 2004 wird gerade von Lars Jessen („Der Tag als Bobby Ewing starb“) verfilmt.
Das Leben, der Feind
Bei seiner jüngsten Tour las der 42-Jährige aus dem Folgeroman „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“. Dieser handelt vom Leben eines Roadies einer drittklassigen Rockband, der „das Leben zu seinem persönlichen Feind“ erklärt. Auf Wöllis Wunsch, der das jüngste Programm schon gesehen hat, hat Schamoni für Meerbusch extra ein „Best of“ seiner Lesungen zusammengestellt.
Bei „Rock am Turm“ ist man ziemlich gespannt, wie gut der schräge Schamoni ankommt. Die Stadt unterstützt den Auftritt. Sollte der Wasserturm (300 Plätze, Karten kosten 10/14 Euro) ausverkauft sein, würde der Verein sich möglicherweise häufiger darum bemühen, die Quote von Kultstar-Besuchen in Meerbusch zu erhöhen.
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