Meerbusch: „Land sponsert Flughafen“
VON NORBERT STIRKEN - zuletzt aktualisiert: 01.09.2006Düsseldorf (RPO). Christoph Lange behauptet, der Steuerzahler muss für Mietausfälle gerade stehen, die der Airport durch seinen Lärm selbst verursacht. Meerbuscher Landtagsabgeordnete verlangen Aufklärung.
Das sei schon eine Ungeheuerlichkeit, die der Geschäftsbericht des Flughafens Düsseldorf offenbare, sagt Christoph Lange, Dozent für Betriebswirtschaft und Vorsitzender des Vereins Bürger gegen Fluglärm. Der nordrhein-westfälische Steuerzahler erstatte dem Flughafen Mietausfälle in Millionenhöhe, die er durch seinen Lärm selbst verursache.
„In der Bilanz der Flughafen-Gesellschaft finden sich für 2005 unter ,Zuwendungen des Landes NRW’: 1 348 002,57 Euro“. Die Erklärung dazu lautet: „Mit diesen Mitteln werden die Bemühungen der Flughafen Düsseldorf GmbH für den Ankauf von Immobilien in den unmittelbar angrenzenden Lärmschutzgebieten unterstützt. Die Auflösung erfolgte in Höhe des negativen Deckungsbeitrages des Geschäftsjahres 2005 für die angekauften Immobilien.“ Jeder Privatmann müsse die Folgen des Fluglärms selbst tragen, meinte Lange, da sei es geradezu ein Skandal, wenn der Verursacher diesen Verlust aus Steuermitteln ersetzt bekomme. Im Klartext heiße das: Der Flughafen kaufe in Lohausen wegen des „infernalischen Lärms“ Häuser und vermiete sie zumeist an Gewerbetreibende. Den Verlust aufgrund der schlechten Mietkonditionen, gleiche das Land durch einen Zuschuss aus, erklärte Lange. Gleichzeitig stelle der Topf mit Landesgeldern auch ein zinsloses Darlehn dar. Mit dem Jahr für Jahr weniger werdenden Geld könne der Flughafen arbeiten.
Gegen versteckte Subventionen
Oliver Keymis, Landtagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, aus Lank-Latum erklärte gestern dazu: Wenn das so stimme, dann sei das nicht in Ordnung. „Wir sind gegen versteckte Subventionen, das haben wir immer schon kritisiert.“ Der Sachverhalt müsse geklärt werden, er denke daran, eine Kleine Anfrage im Landtag zu stellen. Jurist Lutz Lienenkämper, Landtagsabgeordneter der CDU, aus Strümp erklärte, den Sachverhalt gucke er sich an, das wolle er genau wissen. Grundsätzlich halte er es für sinnvolle, dass der Flughafen in Lohausen Häuser kaufe, damit die Zahl der vom Lärm betroffenen Menschen geringer werde.
Blödsinnige Rivalität
Das sei Landespolitik gegen die Interessen der Bürger, meint Lange und schimpft auf die „blödsinnige Rivalität“ der Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn, an dem das Land einen rund 35prozentigen Anteil halte. „Eigentlich müsste Nordrhein-Westfalen aus finanziellen Gründen eher daran interessiert sein, das Potenzial in Köln/Bonn auszuschöpfen“, erklärte er. Sinnvoller wäre es allerdings, zu kooperieren, was bei den unterschiedlichen Eigentumsverhältnissen schwer falle.
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