Meerbusch: Betrugsvorwurf gegen Taxi-Bus
VON NORBERT STIRKEN - zuletzt aktualisiert: 18.08.2009Düsseldorf (RPO). Die Rheinbahn kündigt die Geschäftsbeziehungen mit der Meerbuscher Funkmietwagenzentrale: Die Düsseldorfer drängen auf Regulierung des entstandenen Schadens und behalten sich alle rechtlichen Schritte vor.
Ein anonymes Schreiben soll den Stein ins Rollen gebracht haben. "Wir haben die Geschäftsbeziehung mit der Funkmietwagenzentrale in Osterath gestoppt", erklärt Georg Schumacher, Sprecher der Rheinbahn in Düsseldorf. Das Verkehrsunternehmen aus der Landeshauptstadt wirft dem Geschäftsführer Jürgen Bienefeld aus Büderich Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung vor.
"Wir schließen rechtliche Schritte und eine Anzeige nicht aus, wenn der uns entstandene Schaden nicht reguliert wird", sagt Schumacher. Die Höhe lasse sich nur schwer schätzen, bewegt sich aber nach Informationen der Rheinischen Post deutlich im fünfstelligen Bereich.
Rheinbahn
Die Rheinbahn sorgt seit 1896 in der Region Düsseldorf für Bewegung: Sie ist das größte der 27 Verkehrsunternehmen im Verbund Rhein Ruhr. Tag für Tag bringen die Busse und Bahnen über 700 000 Fahrgäste an ihr Ziel. Pro Jahr sprechen mehr als 209 Millionen Kunden eine deutliche Sprache über die Vorteile des ÖPNV.
Der Beschuldigte bestätigt, dass ihn die Rheinbahn "beurlaubt" habe. "Wir bleiben aber im Gespräch und würden die Geschäftsbeziehung gerne fortsetzen", sagt Bienefeld. Er müsse sich zunächst mit seinem Rechtsanwalt beraten, da ihm die Vorwürfe im Detail überhaupt nicht bekannt seien. "Aber eine gute Werbung für meine Funkmietwagenzentrale ist das natürlich nicht."
Nach den Vorwürfen der Rheinbahn sei er wie vor den "Kopf geschlagen". Natürlich habe er auch Feinde. Er könne sich vorstellen, dass die Beschuldigungen von einem früheren Mitarbeiter stammten, sagt Bienefeld. Nach Informationen der RP soll das anonyme Schreiben auch an die Steuerfahndung gegangen sein. Von Schwarzarbeit sei dort angeblich ebenso die Rede wie von fingierten, erfundenen und verlängerten Fahrten im Auftrag der Rheinbahn.
Der Taxi-Bus verkehrte in Meerbusch abends nach Anmeldung auf den Buslinien 832 und 839 und in Ratingen auf den Linien O 14 und O 19. Die Fahrgäste mussten nach der Beförderung einen Beleg unterschreiben. Dabei, so heißt es, hätten die Kunden in der Dämmerung natürlich nicht unbedingt darauf geachtet, welche Entfernungsstufe eingetragen sei.
Vor sieben Jahren ereigneten sich mit dem Meerbuscher Taxi-Bus ähnliche Vorfälle. Nachdem eine Mitarbeiterin des damaligen Betreibers ihren Chef wegen Steuerhinterziehung, illegale Beschäftigung und Betrugs angezeigt hatte, kündigte die Rheinbahn fristlos. Das Vertrauensverhältnis war zerstört. Damals wurden die Busse auf den Linien 832 und 839 auch in den Abendstunden eingesetzt.
Diesmal hat die Rheinbahn eine andere Lösung gefunden: "Die Fahrgäste brauchen zur Zeit den Taxi-Bus nicht mehr telefonisch vorzubestellen, das Taxi fährt regelmäßig nach dem Fahrplan. Sobald der Taxi-Bus wieder telefonisch geordert werden muss, wird die Rheinbahn ihre Fahrgäste informieren", heißt es in einer Pressemitteilung. "Wir sehen uns jetzt nach einem Nachfolger für den Taxi-Bus in Meerbusch um", ergänzt Schumacher.
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