Meerbusch: Brückenstreit: CDU lenkt ein
VON HEIKE SCHOOG UND JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 27.01.2009Düsseldorf (RPO). Der Ärger vieler Meerbuscher Bürger zeigt Wirkung. Die Parteien werden am Donnerstag im Hauptausschuss versuchen, eine gemeinsame Resolution zur geplanten Umbenennung der Flughafenbrücke zu beschließen.
Nachdem zahlreiche Bürger in der Rheinischen Post ihren Unmut über die geplante Benennung der Flughafenbrücke nach dem verstorbenen Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin kund getan haben, lenkt die Meerbuscher CDU ein. Fraktionssprecher Werner Damblon hat das Gespräch mit den anderen Parteien gesucht. Am Donnerstag wird im Haupt- und Finanzausschuss eine gemeinsame Meerbuscher Resolution beraten.
"Damit, dass die CDU von ihrer bisherigen Linie abweicht, war nicht zu rechnen", sagt FDP-Fraktionsvorsitzende Gesine Wellhausen. Sie begrüßt es, dass die Meerbuscher CDU die Kritik der Bürger aufnimmt. Die FDP-Fraktion wird mit einem Antrag in die Sitzung des Hauptausschusses gehen. Darin fordert sie den Bürgermeister auf, sowohl dem Bundes- als auch dem Landesverkehrsminister eine entsprechende Resolution zu schicken.
Ebenso wie die CDU kritisiert auch die FDP, dass Meerbusch zu der geplanten Umbenennung der Flughafen nicht gehört werden soll. Mehr als die Hälfte der Brücke liege auf Meerbuscher Gebiet, heißt es in der Antragsbegründung. Für viele Meerbuscher wäre eine Benennung nach Joachim-Erwin eine "gedankliche Eingemeindung". Ob die gemeinsame Resolution dies so beinhaltet, ist offen. "Ich könnte mir vorstellen, dass der Name Erwin aus der Resolution verschwindet", sagt Wellhausen. Denn damit könnte die CDU ihr Gesicht wahren und würde auch die Parteifreunde in Düsseldorf nicht verprellen.
Auf die Argumentation der CDU ist SPD-Fraktionschefin Ilse Niederdellmann gespannt. "Im Gegensatz zur CDU können wir ja klar sagen, dass wir eine ,Erwin-Brücke' nicht wollen." Und deutliche Worte seien angebracht, einen butterweichen Kompromiss wolle die SPD nicht mittragen.
"Wir sind mit dem Verfahren nicht einverstanden", beschreibt Damblon die Marschrichtung. "Dass auch wir gehört werden, halte ich eigentlich für selbstverständlich", sagt Bürgermeister Dieter Spindler, der dies bereits früher kritisiert, sich mit der Umbenennung aber grundsätzlich einverstanden erklärt hatte.
Die Meerbuscher Grünen waren gleichzeitig mit der FDP vorgeprescht und hatten in einem eigenen Antrag eine "Johannes-Rau-Brücke" gefordert. Eine Einigung der Parteien würde ihr Fraktionschef Jürgen Peters sehr begrüßen: "Wenn wir gemeinsam agieren, haben wir auch gegenüber Düsseldorf ein entsprechendes Gewicht".
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