Meerbusch: Den Orden immer dabei
VON HEIKE SCHOOG - zuletzt aktualisiert: 11.11.2009Düsseldorf (RPO). Der Büdericher Urologe Dr. Bernd Schumacher ist nicht nur zweiter Bürgermeister, sondern auch Präsident der Büdericher Heinzelmännchen. Heute startet die Session. Der Hoppeditz erwacht.
Die Smoking-Jacke ist rot. Der Halsorden umschließt den weißen Kragen des Frackhemds. Fehlt noch die Präsidentenkette auf der Brust, und der Sessionsorden in der Hand. Dr. Bernd Schumacher, neuer Präsident der Büdericher Karnevalsgesellschaft Heinzelmännchen ist gerüstet. Heute hat er seinen ersten offiziellen Sessions-Auftritt beim Hoppeditz-Erwachen in Düsseldorf.
"Wir ziehen an zwölfter Stelle mit zum Rathausvorplatz", sagt Schumacher angesichts der Vielzahl der Düsseldorfer Vereine zufrieden. Sein oberstes Anliegen ist es, seinen Verein zu repräsentieren und ihn nach vorne zu bringen. Besonders um neue, junge Mitglieder will er sich kümmern. "Einige Neue haben wir durch den Wechsel im Vorstand schon bekommen", sagt er, will aber weiter werben. "Es kann doch nicht so schwer sein, die Menschen für Freude zu begeistern", ist Schumacher überzeugt.
Talent für karnevalistische Auftritte bringt der "Neue" mit. In der Katholischen Jugend Bergisch-Gladbach hat er seine jecke Karriere gestartet. Dort hat er unter anderem Kindersitzungen geleitet. Studiert hat er in Köln. "Ich bin mit Kölsch groß geworden und werde mit Altbier erwachsen", übt Schumacher schon mal für sein Amt.
Seine unbekümmerte Art – "ich sage gern, was mir in den Sinn kommt" – aber auch seine Fähigkeit, ausgleichend zu wirken und sich selbst zurückzunehmen zeichnen ihn für die Arbeit im Verein aus. Vor fünf Jahren ist er der Büdericher Karnevalsgesellschaft Heinzelmännchen beigetreten – als passives Mitglied. Doch irgendwie ist der umtriebige Mediziner aufgefallen, und er wurde zum aktiven Mitglied, unterstützte den Vorstand und begleitete im vergangenen Jahr den Ex-Präsidenten Stefan Bender bei seinen Besuchen in der Landeshauptstadt.
"Beim Comitee Düsseldorfer Carneval bin ich inzwischen eingeführt", sagt Schumacher, der in dieser Session etwa knapp 15 Sitzungen besuchen wird – den Heinzelmännchen-Orden immer im Gepäck.
Insgesamt 330 Orden will die Gesellschaft in dieser Session an verdiente Meerbuscher und befreundete Narren verleihen. Stadtwappen, das alte Büdericher Wappen sowie ein kleines Heinzelmännchen sind auf den Orden geprägt. Das obligatorische Bützen will er nicht so inflationär einsetzen wie sein Vorgänger Bender. "Außerdem werde ich mir dafür weibliche Unterstützung holen und das Bützen teilweise delegieren", sagt der Präsident.
Jetzt ist er erst einmal gespannt, auf das Streitgespräch zwischen Hoppeditz und Oberbürgermeister Dirk Elbers am Düsseldorfer Rathaus, das traditionell zum Erwachen gehört. Der Besuch ist oberste Pflicht und Höhepunkt der Karnevalisten, findet auch Schumacher, und überprüft noch einmal den Sitz von Kette, Kragen und Narrenkappe.
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