Meerbusch: Denkmalschutz: Stadt setzt Frist
VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 30.12.2009Düsseldorf (RPO). Ein Jahrhunderte altes Gebäude am Alten Lanker Markt verfällt. Die Stadt forderte die Eigentümerin auf, das Objekt zu sanieren. Da sie das nicht tat, droht die Verwaltung nun, die Arbeiten selbst erledigen zu lassen.
Der Zustand des seit gut 40 Jahren ungenutzt leer stehenden Fachwerkhauses an der Hauptstraße 21 in Lank-Latum ist Denkmalschützern und Heimatfreunden schon lange ein Dorn im Auge.
Um das Jahrhunderte alte Denkmal neben der Alten Weinschenke vor weiterem Verfall zu bewahren, haben die städtischen Denkmalpfleger jetzt eine Ordnungsverfügung erwirkt. Darin fordert die Stadt die Eigentümerin auf, in den kommenden Wochen mit der Umsetzung eines von der Verwaltung erarbeiteten Sanierungskonzepts zu beginnen.
Von außen sieht das Haus noch recht schmuck aus, vor den Erdgeschoss-Fenster stehen sogar Blumenkästen. Nur die verrammelten Fenster deuten darauf hin, dass es unbewohnt ist.
Doch bislang wurden Schäden, etwa am Dach, immer nur unregelmäßig geflickt. Sollte die Eigentümerin die voraussichtlich weit über 10 000 Euro teuren Arbeiten verweigern, könnte die Stadt von sich aus tätig werden, die Sanierung ausführen lassen und die Kosten der Eigentümerin in Rechnung stellen.
Rechtsstreit möglich
Zunächst hat sich die Besitzerin den Forderungen der Stadt widersetzt, berichtet Denkmalpfleger Reinhard Lutum. Nun ist der Verwaltung offenbar der Geduldsfaden gerissen. Natürlich hat die Eigentümerin auch die Möglichkeit juristisch gegen die Ordnungsverfügung vorzugehen. Die Folge könnte dann ein Rechtsstreit wie bei der Alten Vikarie an der Osterather Hochstraße sein.
Das Gebäude am Alten Lanker Markt ist in seiner Geschichte unterschiedlich genutzt worden. Mal als bäuerliches Wohnhaus, dann als Arbeitsstätte. So wurden darin Reste eines Backofens nachgewiesen.
"Das Haus wurde immer wieder dem jeweiligen Bedarf angepasst", sagt Lutum. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Fachwerk mit einer Putzfassade verblendet. Sie hat heute dieselbe Farbe wie das benachbarte Weinhaus.
Am Giebel kann man das historische Fachwerk bis heute sehen. Theoretisch besteht auch die Möglichkeit, dass die Stadt das Denkmal kauft, es sanieren lässt und es dann weiterverkauft – oder dort ein Heimat- oder Schulmuseum einrichtet. Angesichts der städtischen Haushaltslage gilt diese Lösung jedoch als wenig wahrscheinlich.
Der Lanker Heimatkreis hatte die Stadt immer wieder aufgefordert, etwas gegen den Verfall des Denkmals zu unternehmen, zuletzt im Februar 2008: "Das Baudenkmal ist stark gefährdet. Hier sind dringend Maßnahmen erforderlich", schrieb Heimatkreis-Geschäftsführer Karl-Josef Schmitz an die Stadt.
Im Rechtsstreit um die Alte Vikarie (der Eigentümer möchte eine Abbruchgenehmigung) wird übrigens in den nächsten Tagen mit einem erstinstanzlichen Urteil gerechnet. Frage des Tages
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