Meerbusch: Der Weiße Sport sucht Spieler
VON SEBASTIAN KEILHOLZ - zuletzt aktualisiert: 27.04.2009Düsseldorf (RPO). Schnupperkurse, reduzierte Beiträge und wegfallende Aufnahmegebühren gehören inzwischen zum Alltag der Tennisvereine. Viele kämpfen ums Überleben und werben deshalb um Mitglieder – deutschlandweit.
TV Osterath
Beim TV Osterath fand der Schnuppertag bereits am Samstag vor einer Woche statt. Mehr als 70 Vereinsmitglieder und 90 Gäste kamen zum Krähenacker und erlebten dort einen ereignisreichen Tag.
Bastelstunden für die Kleinsten, Schnuppertraining und Schaukämpfe zwischen den Osterather Bundesligacracks begeisterten die anwesenden Zuschauer.
Vollbesetzte Plätze, reges Treiben auf der Sonnenterasse sowie zahlreiche Kinder und Jugendliche auf der ganzen Anlage – für die Meerbuscher Tennisvereine war der "Tag der offenen Tür" im Rahmen der Aktion "Deutschland spielt Tennis" ein großer Erfolg. Denn angesichts stetig schwindender Mitgliederzahlen kämpft so mancher Club ums Überleben. Vorbei sind die Zeiten, als Mitte der 80er Jahre ein gewisser Boris Becker mit seinen Erfolgen auf dem grünen Rasen von Wimbledon einen wahren Tennis-Boom auslöste. Die heutige Realität sieht anders aus: Schnupperkurse, reduzierte Beiträge und wegfallende Aufnahmegebühren – potentiellen Kandidaten muss die Mitgliedschaft in einem Tennisclub schmackhaft gemacht werden. Und dafür legten sich die hiesigen Vereine mächtig ins Zeug.
Mit Flyern und Plakaten wurde bereits im Vorfeld mächtig für den Schnuppertag geworben. "Einfach nur genial", jubelte Udo Helms angesichts der tollen Resonanz bei Treudeutsch Lank. Der technische Wart durfte sich über wahre Besucherströme freuen. Als einziger Verein in Meerbusch standen die Pforten an der Pappelallee an beiden Tagen des Wochenendes offen.
Saisonkarte ist gefragt
Mit der Saisonkarte bietet Treudeutsch eine Mitgliedschaft auf Probe. Ein Konzept mit nachhaltigem Erfolg: "60 Karten waren bereits abgesetzt, da hatten die Plätze noch gar nicht geöffnet", berichtet Helms. Gestern freute er sich gemeinsam mit dem ersten Vorsitzenden Thomas Steinforth über den 100. Neueintritt. Das Jubiläumsticket ging an Marielle Kurstjens, die sich mit ihren beiden Söhnen Lars und Floris angemeldet hatte. "Eine Freundin von mir ist auch im Club, uns gefällt es hier sehr gut", sagt die Niederländerin.
Auch beim benachbarten ASV Lank lief der Tag gut an. "Um fünf nach elf hatten wir bereits die erste Neuanmeldung", so Präsident Bernd Stracke. Im Tagesverlauf sollten weitere folgen. Richtig viel los war beim TC Bovert. Besonders der Nachwuchs tummelte sich zahlreich, um unter fachkundiger Anleitung von Karina Heck-Elias erste Gehversuche mit dem Tennisschläger zu machen. Aber auch die Eltern wurden einbezogen. Spontan schnappte sich Clubtrainer Volker Klemm einige Erwachsene. Und obwohl in Jeans und Hemd gar nicht auf die Trainerstunde vorbereitet, hatten die meisten schnell Blut geleckt "Ich begleite eigentlich nur meinen Sohn Frederik, aber es hat Spaß gemacht", sagt Werner Püllen. "Trainingskollege" Thomas Becker hat Tochter Amelie bereits zum Schnuppertraining angemeldet. "Es war schön, nach einigen Jahren mal wieder einen Schläger in der Hand zu haben", so Becker. Zufriedene Mienen auch bei GWR Büderich. "Das Schnuppertennis wurde gut angenommen, einige Kinder wollten sich sofort in einer Mannschaft zusammentun", sagte Abteilungsleiter Werner Fuchs, der neue Mitglieder begrüßte.
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