Meerbusch: Dieselexpress nach Düsseldorf
VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 04.12.2008Düsseldorf (RPO). Der Bahnhof Osterath wird ab Dezember 2009 auch von der Nordwestbahn angefahren. Die übernimmt den Niers-Express (Düsseldorf-Krefeld-Kleve) und verspricht fabrikneue, pünktliche Züge mit Video-Überwachung.
Als erstes ändert sich die Farbe. Wenn die Nordwestbahn (NWB) in genau einem Jahr den Niers-Express übernimmt, werden blau-weiß-gelbe Triebwagen in Osterath halten. Die Bahn AG hat den Wettbewerb um die Regio-Strecke Düsseldorf-Kleve („RE 10“) gegen den privaten Anbieter aus Niedersachsen verloren. Ob sich auch der Takt ändern wird, muss der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr entscheiden. „Darauf haben wir keinen Einfluss“, sagt NWB-Pressesprecherin Katrin Hofmann.
Zwischen Nordsee und Essen fahren inzwischen zwölf Linien mit rund 200 Lokführern für die NWB. Neben Düsseldorf-Kleve übernimmt die Osnabrücker Privatbahn im Dezember 2009 auch die Strecke Xanten-Duisburg. Insgesamt sollen im Zuge der Ausweitung des Netzes etwa 100 Lokführer neu eingestellt werden.
Nordwestbahn
Eigentümer Stadtwerke Osnabrück AG, Veolia Verkehr GmbH und die Verkehr und Wasser GmbH Osnabrück gründeten die NWB im Jahr 2000
Strecke Zurzeit 840 Kilometer
Fahrgäste 16,1 Mio pro Jahr
Mitarbeiter 350
NRW-Strecken (bislang) Essen--Dorsten-Borken, Dortmund-Dorsten-Coesfeld, Münster-Bielefeld sowie Bielefeld-Paderborn
Internet-Infos unter
Bei den Deutsche-Bahn-Niveau gewohnten Kunden wollen die Niedersachsen mit Pünktlichkeit und Service punkten. Die Nordwestbahn gibt an, dass bislang 90 Prozent ihrer Züge pünktlich ankommen. In Niedersachsen gelang es ihr, die Fahrgastzahlen deutlich zu steigern und auch totgesagte Strecken wie beispielsweise zwischen Osnabrück und Bremen rentabel zu machen.
Toiletten riechen nach Pfirsich
Zum NWB-Service gehören auch Kleinigkeiten wie der Einsatz von Halogenstrahlern, Rauchmeldern und Duftzerstäubern auf den Zugtoiletten (auf dem Abort riecht es nach Pfirsich) und Schmutz fangender Fußmatten an den Türen. Alle Züge sind videoüberwacht und werden täglich gereinigt. Der Schaffner kontrolliert nicht nur Fahrkarten, sondern hat einen Wagen mit Snacks dabei. Der Lokführer ist in seiner Kabine nicht abgekapselt, sondern im Notfall durch ein Fenster ansprechbar. Der bisherige Niers-Express der Bahn kommt ohne Videoüberwachung aus. Für die neuen Strecken am Niederrhein kauft die Nordwestbahn 30 neue Lint-Triebwagen (136 Sitzplätze, 140 Stehplätze, bis 120 Stundenkilometer schnell) für insgesamt 70 Millionen Euro. Bei großem Andrang lassen sich mehrere Triebwagen aneinanderkoppeln.
Züge nachts bewacht
Anders als bei den Elektro-Zügen der Deutschen Bahn werden diese Triebwagen von Dieselgeneratoren angetrieben. Das hat natürlich auch den Ausstoß von Dieselabgasen entlang der Strecke zur Folge. Mit Grafittis hat die NWB kein Problem. Ihre abgestellten Züge werden nachts bewacht. Diese Praxis soll dann ab Dezember 2009 auch am Niederrhein übernommen werden.
Die Nordwestbahn will sich etwa ein halbes Jahr vor der Übernahme (also im kommenden Sommer) mit Aktionen entlang der Niers-Express-Route vorstellen und für ihr Angebot werben.
Der Niers-Express ist auch deshalb besonders wichtig, weil er die Region Düsseldorf und den Niederrhein wochentags tagsüber im Halbstundentakt mit Weeze verbindet, dem Standort eines rasant wachsenden „Billigflieger“-Flughafens. Frage des Tages
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