Meerbusch: Dr. Hartung findet Unterstützung im Integrationsrat
zuletzt aktualisiert: 17.07.2010Düsseldorf (RPO). Der umstrittene "Südtirol-Aktivist" Dr. Erhard Hartung hat sich nun doch als Mitglied des Integrationsrats vereidigen lassen. Er war im Februar mit 36 Stimmen in das Gremium gewählt worden, den ersten beiden Sitzungen aber ferngeblieben. Wie die italienische Botschaft in Berlin der RP bestätigte, wird der Mediziner in Italien wegen Beteiligung an einem Terroranschlag mit drei Toten von 1967 und der Mitgliedschaft in einer bewaffneten Bande gesucht.
In Florenz ist er deswegen 1971 in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Hartung bestreitet, etwas mit der Tat zu tun zu haben. Im Integrationsrat stellte er sich als Opfer einer "Diffamierungskampagne" dar, erzählte aus seinem Leben und verteilte die Zeitschrift "Der Tiroler". Vertreter von CDU, SPD und FDP waren urlaubsbedingt nicht zu der Sitzung erschienen. Dem 67-Jährigen gelang es offenbar, mehrere der gewählten Ausländervertreter zu beeindrucken, die Hartung ihre Unterstützung für seine Arbeit im Ausschuss zusagten.
Mehrere Beiratsmitglieder weigerten sich jedoch, die Zeitschrift entgegen zu nehmen. "Wir werden die Aktivitäten von Dr. Hartung im Integrationsrat genau beobachten", kündigte Grünen-Ratsfrau Sarah Stockmann an, die als Vertreterin der Politik in dem Gremium sitzt. Die UWG hat Hartung bereits zum Amtsverzicht aufgefordert.
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