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Meerbusch: Entspannter lernen und lehren

VON HEIKE SCHOOG - zuletzt aktualisiert: 12.12.2011

Meerbusch (RP). Die Einführung der 67,5-Minuten-Stunde an der Realschule Osterath kommt bei Lehrern und Schülern gut an. Alle Beteiligten scheinen entspannter, aber auch disziplinierter. Eine erste Bilanz.

Severin, Patrizia, Katharina und Pia (v.l.) ziehen eine erste Bilanz zur 67,5-Minuten-Stunde an ihrer Schule. Sie schätzen unter anderem die leichteren Schultaschen, aber auch die entspanntere Atmosphäre. RP-foto Ulli dackweiler Foto:
Severin, Patrizia, Katharina und Pia (v.l.) ziehen eine erste Bilanz zur 67,5-Minuten-Stunde an ihrer Schule. Sie schätzen unter anderem die leichteren Schultaschen, aber auch die entspanntere Atmosphäre. RP-foto Ulli dackweiler Foto:

Die Schultaschen werden leichter, die Lehrer sind entspannter, und der Stoff kommt besser an. Severin Kemmer (6b), Patrizia Koenigk (6b), Pia Labrow (10 d) und Katharina Hilgers (10c) sind mit der neuen Stundenregelung an der Osterather Realschule zufrieden. Statt wie bisher nach 45 Minuten endet eine Schulstunde dort seit Schuljahresbeginn erst nach 67,5 Minuten.

Themen-Blöcke abschließen

Die Realschule ist die erste und einzige Schule in Meerbusch, die ihren Stundenplan umgestellt hat. "Es hat lange gedauert, bis wir das System so ausgetüftelt hatten, dass es passte", sagt Schulleiter Burkhard Wahner. Nach einem knappen halben Jahr zieht er zufrieden Bilanz. "Es ist effektiver, wenn Lehrer an einem Vormittag nur vier Klassen unterrichten", sagt er.

Darüber hinaus könne der Stoff ausreichend vertieft und Themenkomplexe könnten in einer Stunde abgeschlossen werden. Er selbst unterrichtet Mathematik und weiß die neue Stundenlänge zu schätzen. "Gerade in Mathe kann man Themen-Blöcke in gut einer Stunde besser vorstellen, einüben und dann auch abschließen", so seine Erfahrung.

Was anfangs schwierig war, war die Umstellung der Pausen. Jetzt beginnt die erste große Pause nicht mehr gegen 9.30 Uhr, sondern erst um 10.20 Uhr. "Das war schon komisch. Ich hatte einfach früher Hunger", berichtet Katharina. Doch nach einer Weile habe sie sich daran gewöhnt. "Man wird disziplinierter."

Das gelte nicht nur für die Essgewohnheiten, sondern auch für die Beteiligung im Unterricht. "Wenn ich weiß, ich habe nur eine Stunde Biologie in der Woche, strenge ich mich an. Denn ich kann es nicht mehr ausgleichen", sagt sie.

Eine 45-Minuten-Stunde habe man schon mal schlabbern können, denn es gab eine zweite Chance. Die fällt jetzt weg. Sie und ihre Mitschülerin Pia, die sich in der Schülervertretung engagieren, wissen zu schätzen, dass Lehrer jetzt mehr Zeit haben, etwas zu erklären. "Auch die Hausaufgaben werden besser vermittelt", sagt sie. Sie gehen nicht mehr im Klingeln unter.

Für die jüngeren Schüler ist von Vorteil, dass sie nicht mehr für sechs Stunden Unterricht schwere Bücher schleppen müssen.Severin kommt mit einem Rucksack aus. Patrizia erscheint ebenso wie Katharina nur mit einer Tasche. "Das ist praktisch", finden sie. Auch die Pause nach der vierten Stunde schätzen die Älteren.

"Anfangs wussten wir nicht so recht, was wir mit der Zeit anfangen sollten", berichtet Pia. Aber inzwischen sei die Mensa in der Mittagspause ein beliebter Treffpunkt geworden. Außerdem ließen sich Hausaufgaben schon erledigen, so dass nach Schulschluss um 15.07 Uhr dann auch wirklich Schluss sei.

Quelle: RP


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