Meerbusch: Erste Abdrücke für E-Pässe
VON TINA STOCKHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 06.11.2007Düsseldorf (RPO). Seit Freitag scannen die Mitarbeiterinnen in den Bürgerbüros die Fingerabdrücke der Bürger, die einen neuen Reisepass brauchen. Vorher gab es extra eine Schulung – und ein Starter-Kit vom Innenministerium.
Das Starter-Kit vom Bundesministerium hat Jaqueline Teichmann bisher kaum benutzt: Ein Päckchen Servietten und ein Fläschchen Alkohollösung stehen seit Freitag neben ihrem PC im Büdericher Bürgerbüro. „Damit können wir die Scanner-Platten desinfizieren“, erklärt sie. „Wenn sie mit Fettflecken oder Schweißresten verschmutzt sind.“
Bisher seien die Meerbuscher allerdings noch nicht ins Schwitzen geraten, wenn sie ihren Zeigefinger auf die kleine Glasplatte legen mussten. „Unsere Bürger machen das gern, die haben keinen Dreck am Stecken.“ Die Antragsteller seien interessiert an dem neuen E-Pass, einem Reisepass, bei dem die Daten des Fingerabdrucks auf einem elektronischen Chip gespeichert werden.
E-Pass im Bürgerbüro
Die drei Bürgerbüros sind unter der Woche von acht bis 12.30 Uhr geöffnet. Büderich hat außerdem mittwochs, Lank donnerstags und Osterath montags von 13.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Samstags ist das Büdericher Bürgerbüro von zehn bis zwölf Uhr geöffnet.
Ein zehn Jahre gültiger Reisepass kann für 59 Euro beantragt werden. Personen unter 24 Jahre können einen sechs Jahre gültigen E-Pass für 37,50 Euro beantragen.
Gleich am ersten Tag sind die Meerbuscher zu ihr ins Bürgerbüro gekommen, um einen der neuen Pässe zu beantragen. „Sie haben extra abgewartet, bis die neue Technik da ist“, erklärt Teichmann. „Damit sie nicht in ein paar Jahren schon wieder einen neuen Pass beantragen müssen.“
Bisher habe es noch keine Querelen gegeben mit der neuen Technik oder erbosten Bürgern. „Wir wurden vorher alle geschult“, erklärt Teichmann. „Das neue System funktioniert sehr simpel.“ Ein handlicher Apparat mit briefmarkengroßer Scannerscheibe speichert drei Fingerabdrücke ab. „Dann erscheint der Abdruck ganz groß auf meinem Monitor.“ Teichmann zeigt den Bürgern immer den Bildschirm. „Das finden die meisten klasse.“ Danach schickt sie die Daten elektronisch an die Bundesbehörde. „Bisher hat das immer geklappt“, sagt Teichmann. „Aber warten wir mal ab, bis die ersten Pässe nicht ausgestellt werden, weil irgendwas schief gelaufen ist.“
Das war nach den neuen Vorgaben für die Passfotos häufiger der Fall. Denn ganz so leicht ist das System doch nicht. „Hinter der Neuerung steckt viel Arbeit vor Ort“, erklärt Bürgerbüroleiter Michael Marschall. „Als Basis mussten wir eine komplett neue Computersoftware einführen.“ An einem Wochenende wurden die Server neu belegt und die Geräte installiert. „Es funktioniert alles, bis auf das Lesegerät“, sagt Teichmann. „Wir können die E-Pässe zwar ausstellen, aber die Daten auf dem Chip gar nicht abrufen.“ Aber vier Wochen habe man ja noch Zeit das zu regeln, bis die ersten Pässe fertig sind.
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