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Meerbusch: Experte soll Schließung prüfen

VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 15.03.2012

Meerbusch (RP). Teilerfolg für die Gegner der Barbara-Gerretz-Schulschließung. Einstimmig hat der Schulausschuss beschlossen, dass ein externer Experte die Zahlen prüfen und bewerten soll. 150 Zuschauer verfolgten die Sitzung.

Ungewöhnliches Bild im Schulausschuss: Rund 150 Zuschauer verfolgten im Foyer der Hauptschule in weitgehend ruhiger Atmosphäre die Sitzung zur möglichen Schließung der Barbara-Gerretz-Grundschule.  Foto:  Ulli Dackweiler
Ungewöhnliches Bild im Schulausschuss: Rund 150 Zuschauer verfolgten im Foyer der Hauptschule in weitgehend ruhiger Atmosphäre die Sitzung zur möglichen Schließung der Barbara-Gerretz-Grundschule. Foto: Ulli Dackweiler

Selten war eine Debatte im Schulausschuss mit solcher Spannung erwartet worden: 150 Zuschauer folgten der Diskussion um die mögliche Schließung der katholischen Barbara-Gerretz-Grundschule (BGS). Die Gegner der Schließung erreichten einen Teilerfolg und gewannen Zeit. Einstimmig folgte der Ausschuss einem Vorschlag der SPD. Dieser sieht vor, dass ein externer Schulexperte Schülerzahlen-Prognose, Schließungsplan und mögliche Alternativen unter die Lupe nimmt und bewertet.

Zunächst hatte Anwältin Antje Stosch die Argumente der Eltern erläutert: Sie unterstrich die Bedeutung der Bekenntnisschule und deren Schutz durch die Landesverfassung. Auf Seite der Eltern sei klar das Bedürfnis nach zwei katholischen Grundschulen erkennbar (BGS und St. Mauritiusschule in Büderich). Eine Schließung der BGS sei schon allein vor diesem Hintergrund rechtswidrig. Außerdem warnte Antje Stosch davor, dass die Eichendorffschule nach Schließung der BGS gar nicht in der Lage wäre, alle Kinder aus Osterath-Dorf aufzunehmen und zudem die maximale Klassengröße von 29 Kindern ausschöpfen müsste. Sie forderte die Prüfung von Alternativen: etwa einer Zusammenlegung der Ganztagsbetreuung von Gerretz- und Eichendorffschule oder einer Weiterführung der Gerretzschule im Gebäude der Eichendorffschule mit Ergänzung um eine nichtkonfessionelle Klasse. Ziel der Diskussion sollte die Erstellung eines mehrheitsfähigen Langfristkonzepts zur Grundschulzukunft sein.

Info

Umstrittene Prognose

Elternvertreter kritisieren, dass die Stadt bei ihrer Prognose zur Schülerentwicklung in Osterath (2017: noch 100 i-Dötzchen, 31 weniger als heute) zu pessimistisch sei und nicht noch mehr Kinder für die Neubaugebiete einrechne.

Kreis-Schulrätin Ulrike Hund hält die Zahlen hingegen für zu hoch gegriffen. Sie rechnet mit noch deutlich weniger Kindern.

Schuldezernentin Angelika Mielke äußerte Verständnis für den Wunsch nach Erhalt der Gerretzschule. Sie erläuterte im Folgenden die Gründe, die die Verwaltung zum Handeln zwängen: weiter rückläufigen Schülerzahlen in Osterath sowie ein Überangebot an Grundschulplätzen und Flächen, das mit 2500 Quadratmetern der Größe einer ganzen Grundschule entspreche (RP berichtete). "Wenn wir jetzt nicht handeln, wird uns das Heft des Handelns durch die Schulaufsicht aus den Händen genommen", ergänzte CDU-Chef Werner Damblon.

Bei der Gerretzschule komme laut Mielke-Westerlage noch das Problem hoher Sanierungskosten für den alten Baubestand hinzu. Das Gebäude sei bereits abgeschrieben, während das Eichendorff-Schulhaus noch 1,7 Millionen Euro wert sei. "Aus finanzwirtschaftlichen Gründen muss die Eichendorffschule erhalten bleiben", so Mielke-Westerlage. Detlef Krügel, Fachbereichsleiter Schule, erläuterte, dass sich aus der Landesverfassung keine Bestandsgarantie für katholische Grundschulen ableiten lasse. Auch seien lediglich 55 Prozent der BGS-Kinder katholisch, Tendenz sinkend.

Quelle: RP
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