Meerbusch: FDP: CDU-Mehrheit knacken
VON HEIKE SCHOOG - zuletzt aktualisiert: 09.06.2009Düsseldorf (RPO). Nach dem guten Abschneiden in Meerbusch bei der Europawahl – 19,9 Prozent – geht die FDP motiviert in die nächsten Wahlkämpfe und will die absolute Mehrheit der Christdemokraten brechen.
Obwohl ihre Partei in Meerbusch mit 19,9 Prozent sensationell gut abgeschnitten hat, bleibt Gesine Wellhausen auf dem Teppich. "Das ist kein Grund, übermütig zu werden", sagt die FDP-Fraktions-chefin. "Wir werden weiter bürgernahe Politik machen", kündigt sie an und hofft natürlich auf ähnlich gute Ergebnisse bei der Kommunalwahl. Würde das Ergebnis am 30. August ebenso hoch ausfallen, wäre die FDP nach der CDU die stärkste Kraft in Meerbusch. Die SPD läge abgeschlagen auf Platz drei.
"Wir werden weiter den Finger in die Wunden legen", sagt die Liberale und meint damit unter anderem, auf Schuldenabbau zu drängen. Auch den geplanten Sportplatz in Strümp will die FDP so nicht haben und hat daraus nie einen Hehl gemacht. In allen drei Strümper Wahlbezirken hat die Partei wohl auch deshalb über 20 Prozent bekommen – Prozente, die sie der Mehrheitspartei CDU streitig gemacht hat.
Arroganz ist nicht förderlich
Die absolute Mehrheit der Christdemokraten zu brechen, hat die FDP sich für die Kommunalwahl zum Ziel gesetzt. "Es ist für die Bürger besser, wenn um Beschlüsse gerungen werden muss und nicht von vorneherein klar ist, wer sich durchsetzen wird", kritisiert sie die politischen Verhältnisse in Meerbusch, wo die CDU mit satter Mehrheit regiert. Die damit einhergehende Arroganz sei für eine Politik im Sinne der Bürger nicht förderlich. Der CDU sollte das Ergebnis zu denken geben, da diese schon mehrer Schlappen (Platanen an der B 9, Namensgebung Flughafenbrücke, Alte Schule) hinnehmen musste.
Wellhausen spürt eine gewisse "Unzufriedenheit der Bürger" mit den Verhältnissen. Und sieht diese im Wahlergebnis gespiegelt. "Es kann nicht sein, dass im Vorfeld von Wahlen der begünstigt wird, der am lautesten schreit. Es muss einen Ausgleich geben", sagt sie. Manager müssten sich ihrer Verantwortung stärker bewusst werden, sagt sie an die Adresse der Führungselite. Die hat auch Ilse Niederdellmann im Visier. Sie konnte auch gestern noch nicht verstehen, wie die FDP ihre Partei von Platz zwei in der Stadt verdrängen konnte. "Da werden diejenigen belohnt, die die Krise verursacht haben", findet sie. Vor den nächsten Wahlen will sie deshalb klar machen, dass ihre Partei für soziale Kompetenz steht. Deutlich machen, wofür seine Partei steht, hält auch Dieter Spindler (CDU) für den richtigen Weg. Vergleiche zwischen Kommunal- und Europawahl könne man nicht ziehen, sagt der Politprofi. Dass die FDP aufgrund der bundespolitischen Entwicklung zulegen würde, sei klar gewesen. Dass das Ergebnis so deutlich ausfallen würde, hätte ihn überrascht. Um den Verlust der CDU-Mehrheit fürchtet er nicht.
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