Meerbusch: Feuerwehr: Neu- oder Anbau?
VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 16.12.2008Düsseldorf (RPO). Das dringend nötige neue Feuerwehrgerätehaus in Langst-Kierst könnte als kompletter Neubau oder als Anbau der Alten Schule errichtet werden. Der Neubau-Plan sähe den Verkauf des ehemaligen Schulgebäudes vor.
Der Wutausbruch eines stellvertretenden Bürgermeisters ist ein deutliches Signal. „Die Planung brauchen Sie uns gar nicht vorzulegen“, mit diesem Satz hatte Franz-Josef Radmacher (CDU) der Verwaltung die Planung für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Langst-Kierst sozusagen um die Ohren gehauen. Denn diese Planung hätte den Verkauf und möglicherweise den Abriss der heruntergekommenen Alten Schule zur Folge gehabt. Doch die ist Treffpunkt der örtlichen Vereine.
Radmachers Kritik (und die Fragen weiterer Ratspolitiker) bewegten die Verwaltung dazu, eine Alternativplanung zu skizzieren. Nun liegen beide Pläne vor. Hintergrund ist, dass die Feuerwehr ein neues Gerätehaus zum Unterstellen größerer Löschfahrzeuge braucht und das alte Gerätehaus den Anforderungen nicht mehr genügt.
Alte Schule
Baujahr 1930 in Langst-Kierst als Schulklasse mit Lehrerwohnung errichtet.
Erweiterung 1949 um einen zusätzlichen Klassenraum. 1958 kamen Toiletten und ein überdachter Pausenraum hinzu.
Heutige Nutzung Bürgerraum im Erdgeschoss, die Büchereiverwaltung nutzt Büroräume und Stellflächen. Das Obergeschoss nutzt der Meerbuscher Fachbereich 3 (Schule, Sport, Kultur).
Der Neubau-Plan Für 650 000 Euro wird ein modernes, 7,50 Meter hohes Gerätehaus an der Langster Straße gebaut. Einen 55 Quadratmeter großen Multifunktionsraum im ersten Stock könnten Vereine nutzen, allerdings nur in Absprache mit der Feuerwehr. Die städtischen Büros in der Alten Schule werden geräumt, der Bau aus dem Jahr 1930 verkauft.
Der Umbau-Plan (neu) Das Gerätehaus wird im rechten Winkel an die Alte Schule angebaut. Diese wird kernsaniert und bekommt einen neuen Grundriss mit neuen Toiletten und Umkleideräumen für die Feuerwehr. Einen Bürgerraum sollte es dort weiterhin geben. Kosten: Zunächst 700 000 Euro. Später könnten noch 460 000 Euro für die Trockenlegung des Kellers, die Dämmung der Fassade, neue Fenster und Türen etc. hinzukommen), so dass die Gesamtkosten knapp 1,2 Millionen Euro betragen würden.
„Die Zahlen werden doch von der Verwaltung künstlich hochgerechnet, um ihren ursprünglichen Plan durchzubekommen“, ärgerte sich Radmacher.
SPD-Fraktionschefin Ilse Niederdellmann bekam die Alternative erst bei der Sitzung zu sehen und meldete aufgrund der völlig unterschiedlichen Pläne erstmal weiteren Beratungsbedarf an. Sie würde – ebenso wie die FDP – den Vereinen gern ihre Versammlungsstätte erhalten.
Grünen-Chef Jürgen Peters hält einen Neubau für wesentlich günstiger als den Erhalt des „maroden Kastens“ Alte Schule. Er regte an, dass die Vereine aus den Rheingemeinden das neue Lank-Latumer Bürgerhaus nutzen sollten.
CDU-Fraktionschef Werner Damblon sah die neue Planung als „vernünftigen Kompromiss“, der sich „sehr dem Optimum annähert“. Die Alte Schule sei zwar „energetisch vielleicht marode“, habe aber einen großen Wert für die Langst-Kierster. Im Januar wird weiter debattiert. Frage des Tages
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