Meerbusch: Freiraum Ossum bleibt zu
VON CHRISTOPH BAUMEISTER - zuletzt aktualisiert: 08.01.2010Düsseldorf (RPO). Vor vier Monaten schloss das Ordnungsamt die Kulturstätte in Ossum und erteilte den beiden Betreibern Roland Giersch und Torsten Fugmann Auflagen. Die kann das Duo nicht erfüllen, es plant nun eine Gemeinschaftswerkstatt.
Ossum Den Freiraum Ossum wird es in Zukunft nicht mehr geben. "Wir müssen zu viele Auflagen erfüllen, um das Projekt fortzusetzen zu können. Egal, ob Parkplätze, Fluchtwege oder sanitäre Anlagen – der Aufwand ist einfach zu groß", sagt Roland Giersch, einer der beiden Betreiber. Im Moment fehle ihm dafür die Zeit. Schließlich sei und war das Ganze nur ein Hobby.
Genau das war im August des vergangenen Jahres angezweifelt worden, so dass beim beim städtischen Ordnungsamt Beschwerden über Giersch und seinen Kompagnon Torsten Fugmann eingingen. "Uns wurde vorgeworfen, dass wir uns mit dem Freiraum bereichern", so Giersch, der auch ein Vierteljahr später noch enttäuscht über diese Reaktion ist. "Es ist schade, dass unsere Idee so schnell im Keim erstickt wurde, denn das war ein schöner Selbstläufer", bedauert Giersch. "Die Leute hätten doch direkt mit uns reden können, dann hätten wir bestimmt einen Kompromiss gefunden."
Alten Kuhstall hergerichtet
Im März 2008 hatten Giersch und Fugmann einen alten Kuhstall hinter dem Herbertzhof in Ossum so weit hergerichtet, dass sie dort eigene Skulpturen ausstellen konnten. Zwei Monate später las der Lank-Latumer Reiner M. Platz dort Texte von Charles Bukowski vor und auch der Meerbuscher Kulturkreis um Heribert Schween sowie FDP-Ratspolitiker Wolf Meyer-Ricks mit einer afrikanischen Trommelgruppe waren dort zu Gast. Andere Musiker, Kabarettisten und Künstler traten ebenfalls im Freiraum auf.
Kurz bevor Gerry X und Heidi nach Ossum kommen sollten, schloss das städtische Ordnungsamt die Kulturstätte wegen fehlender Genehmigungen nach gut einem Jahr, so dass die letzte Veranstaltung kurzfristig in Osterath stattfinden musste.
"Der Freiraum ist kein gesetzlicher Freiraum", erklärte Heiko Bechert, Leiter des städtischen Ordnungsamts damals. Reinhard Lutum von der Bauordnungsbehörde nannte eine Reihe von Punkten, die es zu klären galt: Fluchtwege, Sanitäranlagen und – viel grundsätzlicher – die planungsrechtliche Zulässigkeit einer solchen Nutzung im so genannten Außenbereich. "Auf das Angebot, die Kulturstätte legalisieren zu lassen, sind die Eigentümer nicht eingegangen", betonte Lutum gestern auf RP-Anfrage.
Platz für Kunst bieten
Ganz verzichten müssen Freunde des Freiraums auf die Kulturstätte aber nicht. "Wir wollen zumindest zwei, dreimal im Jahr im privaten Rahmen etwas machen", verrät Giersch. Beispielsweise sei der Trickfilm-Open-Air-Abend sehr gut angekommen. In den Räumlichkeiten wollen sie möglicherweise eine Gemeinschaftswerkstatt aufbauen. "Dann könnten wir auch anderen kreativen Leuten Platz für ihre Kunst bieten", sagt Giersch.
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