Meerbusch: "Frischemarkt nach Büderich"
VON HEIKE SCHOOG - zuletzt aktualisiert: 17.06.2009Düsseldorf (RPO). Das Zentrenkonzept für Meerbusch wird am Freitag im Planungsausschuss vorgestellt. Darin geht es um Gestaltungsmöglichkeiten für den Einzelhandel in allen Stadtteilen – auch in Osterath.
Am Freitag wird in öffentlicher Sitzung das mit Spannung erwartete Einzelhandels- und Zentrenkonzept für die Stadt Meerbusch vorgestellt. Davon hängt zum Teil ab, ob auf der ehemaligen Ostarafläche in Osterath der umstrittene Frischemarkt gebaut werden kann. "Das Konzept", so erläutert Bürgermeister Dieter Spindler, "stellt dar, wie die einzelnen Stadtteilzentren weiter entwickelt werden könnten." "Wenn eine Kommune größere Einzelhandelsbetriebe ansiedeln möchte, muss sie dies in einem Zentrum tun, das dafür ausgewiesen ist", fügt FDP-Sprecher Klaus Rettig hinzu, dessen Partei einen Frischemarkt in Osterath für überflüssig hält.
Ein etwa 4500 Quadratmeter großer Lebensmittelmarkt ist in den Plänen von Investor Carat (neuer Eigentümer der ehemaligen Ostarafläche) vorgesehen. "Meerbusch verträgt einen solchen Markt", sagt CDU-Fraktions-Chef Werner Damblon, der sich nach der Lektüre des Zentrenkonzepts bestätigt sieht. Das Gutachten belege, dass lediglich 54 Prozent der Lebensmittel in Meerbusch gekauft würden. Das sei extrem wenig. Hintergrund eines Einzelhandelskonzepts sei schließlich das Bestreben der Bezirksregierung, die Zentren zu stärken und Kaufkraft in der Stadt zu halten.
"2007 hat es bereits ein Gutachten von GfK gegeben. Das hatte der Investor in Auftrag gegeben", so Markt-Gegner Rettig. Darin sei jedoch lediglich die Wirtschaftlichkeit untersucht und positiv bewertet worden, beschreibt er seine Lesart. Für Damblon liegt der Unterschied der beiden Konzepte eher in den Grenzen, die für die Zentren gesetzt werden. Im neuen Gutachten hört Osterath an der Bahnschranke auf. Gfk hatte das ehemalige Ostaragelände ins Zentrum einbezogen. "Wichtig ist, welche Grenzen die Kommunen für Ihre Zentren festlegen", sagt Damblon und sieht Handlungsspielraum für die Politik. Die Genehmigung der Bezirksregierung, auf dem ehemaligen Gelände der Fliesenfabrik einen großflächigen Frischemarkt anzusiedeln, liege seit Dezember 2008 vor.
Auch Stadtteile wie Büderich und Lank könnten gestärkt werden. "Wir diskutieren das Konzept noch intern", sagt SPD-Frau Ilse Niederdellmann. "Wir überdenken unsere ursprünglich positive Position noch einmal", reagiert Grünen-Sprecher Jürgen Peters. "Der Frischemarkt soll auf den Schütz-Platz", liest der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Osterath aus dem neuen Gutachten. Er fürchtet, dass der Markt den ansässigen Osterather Einzelhandel verdrängt.
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