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Meerbusch: Frischemarkt nach Strümp?

VON HEIKE SCHOOG - zuletzt aktualisiert: 17.09.2010

Düsseldorf (RPO). Seit Februar sind Vorschläge eines Projektentwicklers im kleinen Kreis bekannt. Dieroff will alternativ zum Frischemarkt Osterath in Strümp bauen – vom Discounter bis zum Frischemarkt – was die Politik beschließen will.

Die gelb markierte Fläche zwischen den beiden Kreisverkehren will der Projektentwickler Dieroff aus der Eifel bebauen – vom Discounter bis zum Frischemarkt ist für ihn alles drin. plan: stadt Foto: RPO
Die gelb markierte Fläche zwischen den beiden Kreisverkehren will der Projektentwickler Dieroff aus der Eifel bebauen – vom Discounter bis zum Frischemarkt ist für ihn alles drin. plan: stadt Foto: RPO

Die Diskussion um den Frischemarkt kommt in Bewegung – allerdings aus einer ganz anderen Ecke. Der Projektentwickler Dieroff aus der Eifel würde gern in Strümp einen modernen Supermarkt bauen – wenn gewünscht auch die in der Planung befindliche Kindertagesstätte für den Stadtteil. Per Post setzte er jetzt alle Fraktionen von seinen Plänen in Kenntnis.

Erste Gespräche hat der Projektentwickler bereits im Februar mit Bürgermeister Dieter Spindler und der FDP-Fraktions-Chefin Gesine Wellhausen geführt. "Frau Wellhausen ist eine erklärte Gegnerin des Frischemarktes auf dem Ostara-Gelände", begründet Thomas Dieroff die Wahl seiner Ansprechpartnerin, der er in einem Brief eine Alternativplanung für das Ostara-Gelände vorgestellt hat. "Ein Supermarkt in Strümp und der Frischemarkt auf dem Ostara-Gelände schließen sich aus", sagt er.

Info

Dr.-Franz-Schütz-Platz

Auch den Dr.-Franz-Schütz-Platz hatte der Projektentwickler Dieroff als Standort zum Beipiel für Kaufland im Visier. Allerdings holte er sich dafür eine klare Abfuhr bei den Büdericher Schützen, die eindeutig dagegen sind. Eine weitere Entwicklung des Platzes sei daher auszuschließen, schreibt er an Gesine Wellhausen (FDP).

Im Visier hat der potenzielle Bauträger zwei Grundstücke in Strümp. Das eine liegt rechts vom Kreisel Am Buschend. Das Grundstück ist gut 10 500 Quadratmeter groß (Grafik) und gehört der Stadt und weiteren Privateigentümern. Dieses Grundstück "erfülle alle grundlegenden Anforderungen für einen modernen Lebensmittelmarkt", schreibt Dieroff. Er wäre bereit, 2,3 Millionen Euro dafür zu zahlen, offeriert er gleich mit.

"Da kommt der Projektentwickler fünf Jahre zu spät", sagt Werner Damblon, Fraktions-Chef der CDU. "Die Ostarapläne sind beschlossen." Sein Bündnispartner Jürgen Peters, Fraktions-Chef der Grünen, hält auch an dem Gesamtkonzept Ostara fest, das ohne den Frischemarkt nicht funktioniert. "Aber unser Herz hängt nicht am Frischemarkt."

Will Aufklärung vom Bürgermeister: Christian Staudinger-Napp Foto: RPO

Klaus Rettig von der FDP differenziert die Pläne des Projektentwicklers. "Strümp wächst", sagt er. Dort sei die Nahversorgung nicht gerade üppig. Ein Supermarkt bis 800 Quadratmeter, wie Dieroff ihn an der Osterather Straße/Geranienweg sieht, wäre okay. Christian Staudinger-Napp von der UWG hat das Rundschreiben des Entwicklers zum Anlass genommen, Bürgermeister Dieter Spindler zu bitten, in der nächsten Ratssitzung über das Projekt zu berichten. Spindler selbst war gestern für die RP nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Projektentwickler Dieroff bezieht sich in seinen Schreiben auf das GMA-Gutachten, wonach Strümp zu den unterversorgten Stadtteilen zählt, die noch wachsen werden. "Etwa 50 Häuser können noch gebaut werden", bestätigt Planungsdezernent Dr. Just Gérard, der von Spindler bislang nicht in Kenntnis gesetzt wurde. Gérard weist darauf hin, dass laut Einzelhandelsgutachten nur Supermärkte bis zu 799 Quadratmeter zugelassen seien.

Sollten die Pläne des Bauträgers in der Politik wider Erwarten eine Mehrheit begeistern, müsste also neues Baurecht geschaffen werden. "Das müssen wir abwarten", sagt Dieroff, der den Stein erst einmal ins Wasser geworfen hat. "Ich baue alles", sagt der Projektentwickler. "Vom Discounter bis zum Frischemarkt."

Fotos
Dr. Just Gérard: "Mehr als 799 Quadratmeter sind aktuell nicht möglich. " Foto: RPO
Der Projektentwickler kommt zu spät, sagt Werner Damblon. Foto: RPO
Quelle: RP

 
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