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Meerbusch: Gellep zurück nach Lank?

VON NORBERT STIRKEN - zuletzt aktualisiert: 06.10.2009

Düsseldorf (RPO). Vor 80 Jahren verlor das Amt Lank im Zuge der preußischen Gebietsreform die Gemeinde Gellep-Stratum an die Stadt Krefeld. 1929 verlangte die Samt- und Seidestadt nach mehr Rheinfront, um den Hafen zu vergrößern.

Wilma Hülser aus Gellep-Stratum fand im Nachlass ihrer Mutter eine Abschrift von einem Vertrag zwischen dem Lanker Bürgermeister Eugen Connemann und seinem Krefelder Kollegen Johannes Johansen aus dem März 1929, der nach der Neugliederung in Kraft treten sollte.   Foto: RPO
Wilma Hülser aus Gellep-Stratum fand im Nachlass ihrer Mutter eine Abschrift von einem Vertrag zwischen dem Lanker Bürgermeister Eugen Connemann und seinem Krefelder Kollegen Johannes Johansen aus dem März 1929, der nach der Neugliederung in Kraft treten sollte. Foto: RPO

Lank-Latum/Gellep-Stratum Peter Santen (82) aus Stratum erinnert sich: "Mein älterer Bruder hatte Lank-Latum als Geburtsort in den Ausweispapieren stehen." Erst im Zuge der preußischen Gebietsreform 1929 war Gellep-Stratum nach Krefeld eingemeindet worden. Zuvor hatte der Ort zum Amt Lank gehört. Zeitgleich schluckte die Samt- und Seidestadt auch das einstmals selbstständige Uerdingen. Bis hin nach Osterath hatte Krefeld seine Fühler ausgestreckt. Das alles ist nun 80 Jahre her.

Auch für Peter Santen war Lank-Latum immer ein wichtiger Bezugspunkt. Der Brieftaubenzüchter war im Verein Möwe Lank engagiert und fand darüber hinaus sein private Glück im Ortsteil nebenan. Der Lebensmittelpunkt blieb stets Gellep-Stratum. Dort schnürte er unter anderem als erfolgreicher Torjäger die Fußballstiefel.

Info

Vor 40 Jahren

Am 12. Dezember 1969 wurde das so genannte Kempen-Krefeld-Gesetz verabschiedet.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1970 entstand als Folge dieses Gesetzes aus Büderich, Osterath Lank-Latum, Strümp, Ossum-Bösinghoven, Nierst, Langst-Kierst und Ilverich die Stadt Meerbusch.

Meerbusch sollte zuerst Rheinau heißen.

Die Stadt Krefeld war damals bestrebt, ihre Rheinfront zu vergrößern, um Möglichkeiten zur Hafenerweiterung und die damit verbundene Stärkung des Wirtschaftsstandorts zu bekommen. Gleichsam ganz nebenbei bekam Krefeld altes kulturhistorisches Land mit seinem ehemaligen Römerkastell und einem unübersehbaren römisch-fränkischen Gräberfeld. Dadurch konnte Krefeld auf eine mehr als 2000-jährige Siedlungsgeschichte blicken und sich mit Gelduba sogar auf eine Erwähnung bei Tacitus (römischer Historiker und Senator) berufen.

Um die zerklüftete Stadtgrenze einigermaßen zu begradigen, mussten auch Nierst, Latum, Bösinghoven, Ossum und Willich kleinere Flächen abtreten.

Nach 80 Jahren sei nun Zeit darüber nachzudenken, ob Gellep-Stratum nicht wieder zurück nach Meerbusch sollte, sagte Mike Kunze, Historiker und CDU-Ratsherr gestern. Der Stadtteil werde von der Krefelder Politik doch stark vernachlässigt. Einige Bewohner hätten schon die Konsequenzen gezogen und seien nach Nierst umgesiedelt, erklärte der Heimatfreund augenzwinkernd.

Ob Gellep-Stratum in Meerbusch besser aufgehoben wäre, darauf wollte der Uerdinger Bezirksvorsteher Elmar Jakubowski (CDU) gestern nicht antworten. "Das ist eine ganz böse Frage", sagte er. Insgesamt hätten die eingemeindeten Gebiete eine "gute Entwicklung" genommen.

Insbesondere sei das Ziel, den Hafen zu erweitern, realisiert worden. Dessen ungeachtet könne er sich vorstellen, dass da noch viel mehr getan werden müsste. Der Rhein in Krefeld verfüge über eine Tiefwasserfahrrinne, die dem Hafen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Düsseldorf und Neuss biete.

Quelle: RP

 
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