Meerbusch: Geothermie: Politik informiert sich in Willich
VON ALEXANDER RUTH - zuletzt aktualisiert: 25.02.2010Düsseldorf (RPO). Die Energie schlummert buchstäblich unter den Füßen. Im Willicher Kompetenzzentrum Geothermie haben sich die Mitglieder des Planungs- und Liegenschaftsausschusses sowie des Bau- und Umweltausschusses jetzt über die Möglichkeiten der Geothermie informiert. Eingeladen hatten die Wirtschaftsbetriebe Meerbusch (WBM). Für rund 30 Meerbuscher Politiker gab's eine generelle Einführung und Grundlagenwissen über die Nutzung und Entstehung von Erdwärme.
Bereits in der Vergangenheit haben Untersuchungen des Geologischen Landesdienstes ergeben, dass einige Stellen in Meerbusch zu den besten Erdwärme-Standorten in ganz Nordrhein-Westfalen gehören. Die Oberflächengeothermie stand bei der Politiker-Einführung im Mittelpunkt. "Man muss sich nach neuen Technologien immer umschauen", sagte FDP-Mitglied Thomas Gabernig und folgte aufmerksam dem Vortrag von Diplom-Geologe Bernd Bremerich-Ranft.
Von der Entstehung des Erdöls bis hin zur Meerbuscher Bodenstruktur mit seinen für die Energiegewinnung aus Erdwärme wichtigen Kies- und Sandschichten spannte Geologe Bremerich-Ranft den Bogen für das Meerbuscher Publikum. Hierbei zeigte Kartenmaterial die besonders günstige Lage Meerbuschs in ganz NRW.
Auch mit Einsparungs- und Kostenbeispielen sparte der Geologe nicht. So rechnen die Experten mit einem Bohrmeter von 60 Euro bei einer durchschnittlichen Bohrtiefe von um die 90 Meter. Die Beratung für ein Einfamilienhaus veranschlagen die Fachmänner mit einem Betrag zwischen 300 bis 500 Euro. "Man setzt bei der Geothermie auf das Ende der Wirtschaftskrise und darauf, dass die Energiepreise wieder steigen", fügte Bremerich-Ranft an. In Meerbusch könnten die Kosten wegen der günstigen Lage bis zu einem Drittel geringer ausfallen und die Erdversorgung konstant bleiben.
Insgesamt gehört die nahe Zukunft der Kombination von Erdwärme mit einer Zusatzenergie, die für jedes Projekt individuell erstellt wird. "Es ist gut, dass wir uns informieren", sagte CDU-Chef Werner Damblon.
Gleichzeitig stellte die WBM auch ihr Projekt in Büderich am Hohegrabenweg vor, das auf Geothermie setzt und eine gasmotorische Wärmepumpe nutzen wird. "Diese Meerbuscher Erfindung ist Neuland", sagte Diplom-Ingenieur Hartmut Momm von der WBM. Sichtlich zufrieden zeigten sich die Grünen. "Je mehr wir von dieser Erzeugung haben, desto besser ist das", so Jürgen Peters.
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