Meerbusch: Grüner will "die Menschen abholen"
VON CHRISTOPH PÜTZ - zuletzt aktualisiert: 19.09.2009Düsseldorf (RPO). Aus "Westfälisch-Sibirien" hat es ihn in den Rhein-Kreis verschlagen – doch Hans Christian Markert ist alles andere als unterkühlt. Im Rheinland hat er sich offenbar bestens eingelebt. Der Grünen-Politiker, der im Wahlkreis 111 – in Meerbusch sowie im Krefelder Süden, in Kaarst, Korschenbroich und Jüchen – als Kandidat für den Bundestag antritt, wohnt nämlich seit dem Jahr 2000 mit seiner Ehefrau und zwei Kindern mitten in Kaarst.
Für ihn klar: Wer mittendrin in der City wohnt, mischt dort auch mit. Markert hat erst vor zwei Wochen beim Kaarst-total-Stadtlauf seine Runde gedreht. Wenn er mal nach Feierabend ausspannen möchte, arbeitet er gern in seinem Garten – dort ist unter anderem Gemüse angebaut. Da passt es prima, dass der Grünen-Politiker auch für sein Leben gerne angelt. Denn die frisch gefangenen Fische und das frisch geerntete Gemüse aus eigenem Garten bereitet er besonders gerne zu.
"Ursprünglich wollte ich evangelischer Pfarrer werden – doch diese Pläne habe ich dann nach und nach ad acta gelegt", bekennt er im Gespräch. Ihn zog es nämlich von den himmlischen zu den weltlichen Gesetzen. Das Ergebnis dieses Sinneswandels: ein erfolgreich abgeschlossenes Jurastudium. Der in den wilden 1968-ern geborene Markert arbeitet seit 1999 als Referatsleiter im Landesumweltministerium. Bei den Grünen ist er bereits seit 1984 aktiv, kann sich an die Wahlkämpfe erinnern, als Otto Schily noch für die Grünen antrat.
"Politik muss die Menschen abholen", so das Motto des gerade in den Kreistag gewählten Politikers. Vor allem die allgemein auf bis zu 50 Prozent gesunkene Wahlbeteiligung macht ihn nachdenklich. Dabei ist für ihn das Gespräch mit den Bürgern wichtig: "Ein kleiner Plausch über den Gartenzaun kann mehr bewirken, als eine aufwendig produzierte Hochglanzbroschüre", sagt er.
Doch warum sollte der Wähler bei Hans Christian Markert sein Kreuzchen machen? "Es ist Zeit für Veränderung", so sein Argument. Konkret bedeutet das zum Beispiel: "Nachdrücklich plädiere ich dafür, keine neuen Kohlekraftwerke zu genehmigen und zu betreiben. Das gilt natürlich auch für das geplante Kohlekraftwerk in Krefeld-Uerdingen. Jedes neue Kohlekraftwerk führt auch zu Luftbelastungen und verfestigt die bestehenden Versorgungsstrukturen."
Auch in privaten Haushalten ließen sich mit einfachen Mitteln bis zu 30 Prozent Energie einsparen. Durch die energetische Sanierung gerade auch von Altbauten, Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen entstünden weit mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze als die wenigen neuen und verbliebenen im Tagebau und in den Braunkohlekraftwerken, so sein Argument.
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