Meerbusch: Helfer in der neuen Heimat
VON HEIKE SCHOOG - zuletzt aktualisiert: 02.02.2010Düsseldorf (RPO). Am Sonntag dürfen gut 4000 Meerbuscher den Integrationsrat wählen. Elf Kandidaten stehen zur Wahl. Fünf weitere wird der Stadtrat in das Gremium schicken.
Am Sonntag können 4179 Wahlberechtigte (von etwa 5500 ausländischen Bürgern) ihre Vertretung für Meerbusch wählen: den Integrationsrat. Das neu zu bildende Gremium soll beratende Funktion haben, Anregungen geben und Stellungnahmen abgeben.
"Laut Gemeindeordnung sollen sich die Mitgleider mit allen Belangen der Gemeinde befassen", erläutert Michael Marschall, in Meerbusch für Wahlen zuständig. Schwerpunkt liege auf den Belangen von Migranten, etwa Sprach- oder Schulproblemen. .
Insgesamt elf Meerbuscher haben sich für das Gremium zur Wahl gestellt. "Auch deutsche Bürger können sich in dieses Gremium wählen lassen", erläutert Marschall. Drei der elf Kandidaten wollen von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.
Auf fünf Jahre werden die Mitglieder des Rates gewählt. Insgesamt zehn Sitze sind vorgesehen. Weitere fünf Mitglieder benennt der Rat, der aus den eigenen Reihen Vertreter abstellt. Marschall geht von einer Wahlbeteiligung zwischen zehn und zwanzig Prozent aus.
Denn positive Erfahrungen mit Wahlen zum Ausländerbeirat gibt es in Meerbusch wenig. 2004 und 1999 kamen die Abstimmungen gar nicht erst zustande, weil sich kein einziger Kandidat aufstellen lassen wollte. Nun schreibt das Land vor, dass erneut ein Migranten-Gremium gewählt werden soll, der Integrationsausschuss oder -rat.
Loukia Hatzis: Die 46-jährige Gastronomin aus Bovert ist zufrieden von der migrantenfreundlichen Politik in Meerbusch. Sie besitzt ein namhaftes Restaurant und behauptet von sich selbst, gut in Meerbusch integriert zu sein. Die Griechin hat sich als Ziel gesetz, mit ihrer Aufnahme in den Integrationsrat, diese Situation auch für ausländische Nachkommen zu bewahren.
Ariane Jung ist 49 Jahre alt und kommt gebürtig aus Düsseldorf, hat jedoch auch einen niederländischen Pass, weil ihre Eltern aus den Niederlanden kommen. Die Goldschmiedin sagt, dass es nur wenige Migranten gibt, die glauben, dass sie etwas bewegen können. Darum möchte sie selbst etwas bewirken. Ihre Entscheidung zu kandidieren sei eher spontan gefallen. Konkrete Ziele habe sie noch nicht. Die müssten sich aus der konkreten Arbeit ergeben.
Anwältin mit Politikerfahrung
Ingrid Maas wurde 1953 in Nieheim geboren und lebt heute in Lank-Latum. Sie leitet eine Düsseldorfer Anwaltskanzlei, die sich unter anderem mit Ausländer- und Asylrecht beschäftigt. Bedingt durch ihren Beruf erfährt sie fast täglich die Probleme der Migranten und versucht diese zu lösen.
Die Anwältin war außerdem schon in der Kommunalpolitik tätig. Insbesondere möchte sich Maas für die Integration von Frauen einsetzen. Ihre Kandidatur bezeichnet sie als logische Weiterführung ihres bisherigen Engagements.
Marie-Louise Eichhorst wurde 1945 in Weert geboren, lebt aber seit 45 Jahren in Deutschland. Die gebürtige Holländerin hat selbst die Probleme des Fremdseins erfahren, als sie mit 20 Jahren nach Deutschland kam. In Zukunft möchte sie insbesondere ein offenes Ohr für die Probleme der Migranten haben und mit ihnen nach einer Lösung suchen.
Sie sagt, dass sie nach vielen Jahren als Hausfrau endlich wieder tätig sein will. Die 65-Jährige weiß noch nicht genau, was auf sie zukommt. Sie geht davon aus, dass die zu beackernden Probleme vielfältig sein werden.
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