Meerbusch: Hilfe, was will ich werden?
VON HEIKE SCHOOG - zuletzt aktualisiert: 08.07.2010Düsseldorf (RPO). Für viele Schüler stellt sich nach dem Abitur die Frage, welche Ausbildung sie beginnen sollen. Birgit Menzel aus Lank-Latum und ihre Kollegin Regina Bruinsma helfen, die Fähigkeiten zu entdecken.
Nach dem Abitur hat Birgit Menzel aus Lank eine Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht. "Die Argumente waren klar. Mein Vater war Banker, das Gehalt stimmte ebenso wie die Anzahl der Urlaubstage. Und der Beruf versprach Sicherheit", erinnert sich die heute 51-Jährige. Doch dieses Konzept hat nicht getragen. "Das einzige, das mir wirklich Spaß gemacht hat, waren die Fortbildungen." Also hat sie die Seite gewechselt, eine Ausbildung zur Trainerin gemacht, zur systemischen Familientherapeutin und mit 41 Jahren noch ein Betriebswirtschaftsstudium angehängt. Seither geht sie in große und kleine Betriebe, bietet Coachings, Supervision oder Beratung an.
Die Beraterinnen
Birgit Menzel (51) ist seit 1997 selbstständige Trainerin, Beraterin und Coach. Sie hat gemeinsam mit Regina Bruinsma (52) ein Beratungsbüro im Düsseldorfer Zooviertel, Graf-Recke-Straße 41, Telefon 0211/17098920.
Menzel hat auch eine Consulting-Agentur in Lank-Latum, Kaldenberg 29
Selbstbestimmter Start ins Leben
Gemeinsam mit ihrer Kollegin Regina Bruinsma hat sie an der Graf-Recke-Straße im Düsseldorfer Zooviertel Räume angemietet, in denen sie auch mit Schülern und Studenten arbeitet. "Das hat uns zusammengebracht", sagt Bruinsma ((52), die ein ähnliche Vita hat wie Menzel. "Viele junge Menschen wissen nicht, was sie werden wollen", sagt Menzel. "Wir helfen ihnen dabei, es herauszufinden, damit der Start ins eigene Leben von dem Bewusstsein getragen ist, selbstbewusst und -bestimmt einen Berufsweg einzuschlagen."
Dabei kommen Fragebögen und Tafeln zum Einsatz, praktische Anleitung zur Planung stehen manchmal am Ende oder eine Bewerbungsmappe. Ein Tag Coaching kostet für Schüler und Studenten bei den beiden Beraterinnen 494 Euro. "Das funktioniert nicht nach Schema F", beschreibt Bruinsma den individuellen Ansatz des Coachings. "Der Mensch und seine Kompetenzen stehen im Vordergrund. Wir helfen nur, diese zu entdecken oder den Blick zu öffnen."
Denn besonders Schüler seien gewohnt, auf das zu schauen, was sie nicht können. "Bei uns wird überwiegend eine Defizit-Sichtweise zur Bewertung herangezogen", haben die beiden festgestellt. Diesem "Mangel-Denken" wollen sie begegnen.
"Oft kommen auch Menschen in der Mitte des Lebens, die etwas Neues beginnen wollen", berichtet Menzel. Sie sind gut ausgebildet, haben reichlich Erfahrung, erinnern sich aber nur an das, wofür sie ein Zeugnis haben: ,Ich bin doch nur Schlosser' hat ein Klient mal gesagt. Das fand ich erschreckend."
Zu sehen, wie Menschen sich nach einem Coaching positiv Entwickeln, wieder Spaß an ihrer Arbiet haben, ist vor allem für Bruinsma, die ursprünglich Industriekauffrau gelernt hat, ein gutes Gefühl. "Ich bin mit meinem aktuelle Beruf sehr zufrieden bin", sagt sie. "Die Arbeit mit Menschen macht Spaß", sagt auch Menzel. Beide wissen, dass das nicht immer so war. und sie wissen, was sie dafür getan haben.
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