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Meerbusch: Hoffen auf junge Neubürger

VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 06.02.2010

Düsseldorf (RPO). Der Schulentwicklungsplan bis 2015 sagt deutliche Einbrüche bei den Grundschüler-Zahlen voraus. In Osterath wird ein 18,3-Prozent-Minus prognostiziert. Ohne Neubürger würde letztlich eine Schulschließung drohen.

Anschaulicher Englischunterricht an der Barbara-Gerretz-Schule. Außerdem gibt es in Osterath noch die Eichendorff- und die Erwin-Heerich-Schule (Bovert). Foto: RPO

Hellsehen kann die Stadtverwaltung nicht, aber sie kann mit vorhandenen Daten rechnen. Genau das passiert im Schulentwicklungsplan (SEP), der mit Hilfe der aktuell gemeldeten Zahl an Kindern Auskunft über die Meerbuscher Schülerzahlen der Jahre bis 2015 gibt.

Problem: Die Anzahl der Kinder ist rückläufig. Zurzeit hat Meerbusch 2062 Grundschüler. Bis 2015/16 werden es laut SEP 1900, also 162 weniger, sein. 2020 dann 1841. Während der Rückgang bis 2015/16 in Lank-Latum und Strümp kaum und in Büderich nur mäßig zu spüren sein wird, bezeichnet Schuldezernentin Angelika Mielke-Westerlage den Einbruch an den drei Osterather Grundschulen als dramatisch.

Die Zahl der dortigen Erst- bis Viertklässler wird laut SEP von heute 542 im Schuljahr 2014/15 auf 450 sinken. Das entspricht einem Minus von 18,3 Prozent. Und der Trend deutet weiter nach unten.

2015 würden die drei Schulen um nur noch 95 Osterather i-Dötzchen konkurrieren. Das sind lediglich halb so viele wie sie eigentlich aufnehmen könnten. Bei sieben Eingangsklassen käme man auf eine durchschnittliche Schülerzahl pro Klasse von gerade mal 13,5.

Die Eichendorff-Schule würde nach der Prognose bis 2015/16 von 209 auf 150 Schüler schrumpfen, die katholische Barbara-Gerretz-Schule von 183 auf 145 – und die Boverter Erwin-Heerich-Schule würden statt 150 nur noch 120 Kinder besuchen: drei Mini-Schulen.

Drei Schulen noch sinnvoll?

Sollte diese Entwicklung eintreten, wäre die Stadt verpflichtet zu prüfen, ob drei Schulen für Osterath noch sinnvoll sind – oder ob es nicht wirtschaftlicher (und für Eltern und Schüler zumutbar) wäre, eine der Einrichtungen zu schließen, um die beiden anderen zu erhalten.

Das Szenario muss aber nicht Wirklichkeit werden. Sozusagen als Joker sind noch die Neubaugebiete Ostara, Görgesheideweg und Auf dem Kamp im Spiel. Die Kinder aus 300 neu gebauten Wohnungen könnten den Erhalt der Osterather Grundschulen sichern. Die Verwaltung rechnet ab 2012 mit rund 40 Neubürgern im Grundschulalter, von denen ein Großteil (32) der Heerich-Schule zufließen würde.

Eine Rechnung, die freilich nur aufgeht, wenn die Ostara-Bebauung tatsächlich kommt und nicht an der Größe des geplanten Frischemarktes (oder anderen Fragen) scheitert.

Deutliche Veränderungen sieht die Schuldezernentin bei der integrativen Betreuung auf die Stadt zukommen. Die Landesregierung plant, "mittelfristig 80 bis 90 Prozent der der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an allgemeinen Schulen zu unterrichten".

"Vor Paradigmenwechsel"

In Schulklassen eingegliederte Fördergruppen, wie es sie seit einem Jahr an der Gesamtschule (mit fünf Schülern) gibt, würden bald nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel, werden, ist sich Mielke Westerlage sicher: "Wir stehen vor einem Paradigmenwechsel".

Quelle: RP

 
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