Meerbusch: Hoffen auf Wittke
zuletzt aktualisiert: 19.12.2006Düsseldorf (RPO). Interview mit Christoph Lange, Vorsitzender des Vereins Bürger gegen Fluglärm, über den Besuch einer Delegation bei Landesverkehrsminister Oliver Wittke.
Landesverkehrsminister Oliver Wittke nahm sich mehr als eine Stunde Zeit, um mit den Meerbuschern Khaled Hussein, Dr. Günther Radke und Christoph Lange vom Verein Bürger gegen Fluglärm die Meinungen auszutauschen. RP-Redakteur Norbert Stirken sprach mit Lange über den Besuch in Düsseldorf.
Wie ist Ihr Gesamteindruck über den Verlauf des Gesprächs?
Lange Es war ein guter Austausch der Meinungen, und wir hoffen, dass noch weitere Gespräche folgen. Im Gegensatz zum Flughafen selbst, der bislang alle Angebote zum Dialog ausgeschlagen hat, denken wir, dass es besser ist, miteinander zu reden.
Minister Wittke kommt
Zur Informationsveranstaltung mit Minister Oliver Wittke am Donnerstag, 21. Dezember, ab 19 Uhr im Kopernikus-Gymnasium in Ratingen-Lintorf, Duisburger Straße 112, lädt der Verein Bürger gegen Fluglärm ein.
Was konkret führte zu der positiven Einschätzung des Gesprächsverlaufs?
Lange Der Minister zeigte sich erstaunt über die mangelnde Umsetzung der Auflagen aus der Betriebsgenehmigung. Vor allem, was den passiven Lärmschutz anbetrifft. Er machte sehr deutlich, dass die von ihm genehmigte Ausweitung des Flugverkehrs nur dann den Bürgern glaubhaft zu kommunizieren ist, wenn die Schutzauflagen sehr genau überwacht und eingehalten werden.
Teilen Sie diese Einschätzung?
Lange Wir gehen da noch einen Schritt weiter und fordern ein absolutes Nachtflugverbot. Alle anderen Regelungen laden nur wieder zum Missbrauch ein. Der Überwachungsaufwand wäre immens.
Wie hat der Minister darauf reagiert?
Lange Er hat uns gebeten, ihm noch etwas Zeit zu lassen. Wir hoffen, dass er schon in Kürze konkrete Verbesserungen für die vom Fluglärm Betroffenen verkünden wird.
Worauf gründet sich Ihre Hoffnung?
Lange Nachtflüge schaden allen Beteiligten, Passagieren, Mitarbeitern und Anwohnern. Jobs werden nicht geschaffen, weil man diese Flüge ja angeblich sowieso nicht planen darf. Also brauchen wir eine glasklare Regelung, an die sich alle zu halten haben. Das sieht auch das Bundesverkehrsministerium so.
Um welchen Aspekt kümmern Sie sich im Moment?
Lange Die Leute zu bewegen, eine Petition gegen das neue Luftverkehrsgesetz, das die Flughafenlobby im Wesentlichen diktiert hat, zu unterschreiben und beim Flughafen anzufragen, welche Ansprüche auf passiven Lärmschutz vor allem in den neuen Nachtschutzzonen für nach 1974 erbaute Gebäude bestehen. Wie Beides geht, steht auf www. buergergegenfluglaerm.de. Die Klagen laufen natürlich weiter.
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