Meerbusch: Immer mehr Hafen-Verkehr
VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 07.02.2012Meerbusch (RP). Der Güterumschlag des Krefelder Rheinhafens soll sich bis 2025 fast verdoppeln. Wenn die dortigen Unternehmen nicht besser ans Autobahnnetz angebunden werden, droht mehr illegaler Lkw-Verkehr quer durch Lank-Latum.
Lank-Latum Der Krefelder Hafen wächst immens. Die Menge der Güter, die wenige Kilometer von Meerbuschs nördlicher Stadtgrenze umgeschlagen werden, soll sich nach Experten-Prognosen von aktuell 4,3 Millionen Tonnen pro Jahr bis 2025 fast verdoppeln. Für 50 Millionen Euro soll in Linn ein neuer Hafenbahnhof gebaut werden, das "Transterminal Krefeld". Der Krefelder Stadtplaner Norbert Hudde erläuterte jetzt im Planungsausschuss in Lank-Latum, wie Wachstum und Verkehrserschließung des Hafens weitergehen soll.
Problem: Der Hafen ist nicht direkt an die A57 angeschlossen. Weiterhin nutzen Spediteure die – für auswärtigen Lkw-Verkehr gesperrte – Strecke quer durch Lank-Latum, was immer wieder zu Ärger bei den Anwohnern führt. Daran konnte auch die Lkw-Umleitung durch das Gewerbegebiet In der Loh nur begrenzt etwas ändern. Innerhalb von zwei mal zehn Stunden zählte die Verwaltung im Juni 141 Laster, deren Fahrer das Durchfahrtsverbot ignorierten. Immerhin ein Drittel weniger als vor Einrichtung der Umleitung im Winter.
Rheinhafen Krefeld
Größe 500 Hektar Fläche. Viertgrößter Binnenhafen in Nordrhein-Westfalen
Arbeitsplätze 9900
Nächstes Verkehrsprojekt Begradigung der Hentrichstraße bis Ende 2013
Warenumschlag 2011 4,365 Millionen Tonnen
Die Krefelder Politik hat selbst reichlich Probleme mit den wachsenden Verkehrströmen, berichtete der Referent. Sie ist dabei erheblich unter Zeitdruck. In spätestens drei Jahren, so besagt ein neues Gutachten des Rheinhafens, könne die denkmalgeschützte Linner Drehbrücke aus der Kaiserzeit "den anfallenden Verkehr nicht mehr verkraften". Nun wird für die Brücke ein neuer Standort gesucht.
Geplant ist, den Hafen über die Floßstraße mit einer neuen Auffahrt nach Norden besser an die B288 (Berliner Straße) anzubinden. Allerdings möchte die Bundesregierung die B288 lieber zur Autobahn ausbauen, samt neuer Rheinquerung. Die Krefelder lehnten das in einem Ratsbeschluss ab.
Dem Bau einer Hafen-Südanbindung durchs Latumer Bruch steht ein FFH-Gebiet mit geschützten Tierarten entgegen. Bei der Krefelder Verwaltung ist man sich des Problems der Richtung Meerbusch verdrängten Verkehre durchaus bewusst: "Aber wir sehen keinen Ansatz zu kurz- oder mittelfristigen Lösungen", so Hudde.
Meerbuschs Grünen-Fraktionschef Jürgen Peters sieht die Entwicklung als bedenklich an: Mehr Verkehr auf der A57, aber auch mehr Bahnverkehr belaste die Bürger. Der Verkehr müsse in irgendeiner Weise begrenzt werden.
Bislang versucht Krefeld Lkw-Fahrer mit Hinweisschildern dazu zu bringen, die für sie gesperrten Strecken durch Nierst und Lank-Latum zu meiden.
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