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Meerbusch: Jobcenter: Umzug nach Neuss

VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 15.02.2012

Meerbusch (RP). Mit einer Resolution hatte der Meerbuscher Rat den Erhalt des Jobcenters in Osterath gefordert. Erfolglos, wie sich jetzt zeigt. Anlaufpunkt für Arbeitslose soll ein geplanter Neubau am Neusser Hauptbahnhof werden.

Im alten Osterather Rathaus an der Hochstraße sitzen die WBM und (noch) das Jobcenter.  Foto:  Ulli Dackweiler
Im alten Osterather Rathaus an der Hochstraße sitzen die WBM und (noch) das Jobcenter. Foto: Ulli Dackweiler

Meerbuscher Arbeitslose sollen weiter von zehn Mitarbeitern der Stadtverwaltung und Kräften der Arbeitsagentur betreut werden. Allerdings nicht mehr im Jobcenter im alten Osterather Rathaus, sondern in Neuss – in einem "Kompetenzzentrum", das in einem geplanten Neubau nahe des Hauptbahnhofs entstehen soll. Wann der Umzug erfolgt, ist noch nicht klar.

Die Parteien im Rat hatten im September (mit Ausnahme der UWG) in einer gemeinsamen Resolution den Erhalt des Jobcenters in Osterath gefordert. Auch die Verwaltung hatte sich dafür stark gemacht. Landrat und Arbeitsagentur hatten eine Prüfung zugesagt. Doch die Jobcenter-Trägerversammlung hält an der Schließung in Osterath fest. Heute wird das Thema erneut im Sozialausschuss diskutiert (17 Uhr, Dr. Franz-Schütz-Platz).

Info

Kompetenzzentrum

Wer Arbeitslose aus Kaarst, Korschenbroich und Meerbusch sollen künftig gemeinsam in einem Kompetenzzentrum in Neuss betreut und beraten werden.

Wie viele In Meerbusch gibt es etwa 1200 so genannte Bedarfsgemeinschaften, die Anspruch auf Leistungen haben.

Hintergrund ist die geplante Zusammenlegung von kreisweit 13 Jobcentern zu vier Kompetenzzentren. "Das bedeutet nicht nur längere Wege. Eine Zentralisierung bedeutet immer auch ein ,Weniger' an persönlicher und individueller Betreuung. Persönliche Betreuung ist aber der Schlüssel einer erfolgreichen Arbeitsvermittlung", hatten unter anderem CDU und Grüne kritisiert. Hinzu kommt, dass die ehemaligen WBM-Räume in Osterath erst vor anderthalb Jahren für zehn Jahre angemietet und aufwendig umgebaut worden sind. So wurde auch ein Aufzug eingebaut.

Wendeline Gilles, Geschäftsführerin des Jobcenters, weist zur Begründung in einem Schreiben an die Stadt darauf hin, dass bereits jetzt die Arbeitsvermittlung der Meerbuscher Erwerbslosen in Neuss erfolge. Die Mitarbeiter in Osterath kümmern sich dagegen um alles, was mit Leistungen zu tun hat (also etwa Antrag auf Arbeitslosengeld, Weiterbewilligung, etc.). Die räumliche Trennung von Vermittlungsbereich (Neuss) und Leistungsbereich (Osterath) habe in der Vergangenheit zu Verwirrung bei Betroffenen geführt. Nun soll alles "unter ein Dach" kommen.

Dass die Fahrtzeiten nach Neuss zu einer "erhöhten Belastung der Leistungsberechtigten" führen werden und neue Probleme und Hemmschwellen entstehen könnten, sieht die Jobcenter-Geschäftsführerin durchaus. Damit Erwerbslose und Bedarfsgemeinschaften nach dem Umzug ihrer Anlaufstelle der Behörde nicht "verloren gehen" sollen Fachkräfte "bei Bedarf" auch Hausbesuche machen.

Nach Rechnung der Jobcenter-Verwaltung kommen durch den Umzug lediglich auf ein Viertel der Leistungsbezieher (die, die im Raum Osterath wohnen) deutlich längere Fahrtzeiten zu. Etwa die Hälfte der Personen wohnt in der Nähe der Neusser Stadtgrenze. Ein weiteres Viertel sei ohnehin länger unterwegs – egal ob nach Osterath oder Neuss. Sei der Antrag einmal bewilligt, reiche in 80 Prozent der Fälle der Telefonkontakt, um Fragen zu klären, so Wendeline Gilles.

Doch seit Anrufe an die Jobcenter im Kreis zentral über ein Bonner Callcenter abgewickelt werden, reißen die Klagen über die "Unerreichbarkeit" der Behörde nicht ab – ein Problem, das längst selbst zum Politikum geworden ist.

Quelle: RP/rl


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