Meerbusch: Korfmachers unschlagbare Logik
zuletzt aktualisiert: 11.09.2009Düsseldorf (RPO). Ein Werbemotiv für Sprühsahne der Firma Glücksklee mit der Aufschrift "Unschlagbar" hat sich im Wettbewerb um das beste Großplakat Deutschlands durchgesetzt.
Der mit einer Kampagne im Wert von 750 000 Euro dotierte Award ging an eine Düsseldorfer Agentur. 22 Fachjuroren und neun Konsumentenvertreter haben die Entscheidung gefällt – darunter auch der Büdericher Wilfried Korfmacher, Professor für Design an der Fachhochschule Düsseldorf und Inhaber der Agentur Zeichenverkehr in Meerbusch.
"Ich bin oft in solchen Gremien vertreten. Mir bringt das was, weil ich ein Überzeugungstäter bin. Das sind immer wieder Podien, auf denen sich für die Qualität in unserer Branche streiten lässt", sagt der Büdericher Design-Fachmann, der auch Psychologie studiert hat. Das Gewinnerplakat zählte nicht zu Korfmachers Favoriten. Kein Mensch brauche unschlagbare Sahne. "Ich sehen die Kulinarik nämlich als Element unserer Kultur, und wenn die Botschaft nicht stimmt, kann auch die beste Werbung nicht helfen.
" Der 52-jährige, langjährige Kreativdirektor renommierter Agenturen sieht den Wettbewerb dennoch positiv: auch dass die Initiative von Thaddäus Assenmacher aus Köln privat mit Erfolg aufgezogen werde. Das Plakat sei das letzte Massenmedium der Zeit, meint Korfmacher. Es erreiche in der Öffentlichkeit Arm und Reich, Jung und Alt, Mann und Frau gleichermaßen. Und der Meerbuscher weiß, worüber er spricht. Mit seinen Studenten legte er im Wettbewerb mit europäischen Konkurrenten eine Rekordserie von sieben Siegen im Wettbewerb "Ideas that matter" des Papierherstellers Sappi hin.
Der finanzierte den Gewinnern Kampagnen für soziale Projekte. Ganz besonders im Gedächtnis blieben die Kondom-Werbung "Mach's mit" für die Aids-Aufklärung oder Aktionen für die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft mit Slogans wie "Das Treppenhaus ist der Mount Everest" oder "30 Meter sind ein Marathon". Der werbende Einsatz für die Kölner Tafel zeigt unter anderem einen Turm des Kölner Doms, aus dem ein Teil heraus gebissen wurde. Die öffentliche Präsentation unterstützte die Unicef-Botschafterin Marie-Luise Marjan – besser bekannt als Mutter Beimer aus der WDR-Fernsehrserie Lindenstraße.
Korfmacher ist ein gefragter Mann: Unter anderem hat er den Internet-Auftritt des südafrikanischen Teams Shosholoza für den America's Cup – der bekanntesten Segelregatta der Welt – gestaltet. Die NE-TT-Sympathie-Kampagne und die Konzeptionierung des Magazins "Macht Sport" im Rhein-Kreis Neuss gehen ebenso auf sein Konto. Für die Welthungerhilfe engagierte sich der Meerbuscher gemeinsam mit Henning Ohlsson von Epson in Osterath für das Projekt "Düsseldorf reicht die Hand" – und zwar dem westafrikanischen Land Burkina Faso.
Durch die Landeshauptstadt fuhr damals der "Kongoussi-Express" der Rheinbahn, der äußerlich als Zebra gestaltet war. Auch diese Idee stammte aus der Meerbuscher Werkstatt. Korfmacher ist Mitglied des Art Directors Club für Deutschland, sich aber auch nicht zu schade, um als Dozent der Rock- und Pop-Akademie von Rock am Turm zu lehren – da ist Korfmacher unschlagbar.
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