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Meerbusch: Krach um Weg zur letzten Ruhe

VON NORBERT STIRKEN - zuletzt aktualisiert: 06.02.2010

Düsseldorf (RPO). Der Technische Dezernent Dr. Just Gérard verwahrt sich gegen die Behauptung der SPD, ihr Antrag für den Neubau einer Trauerhalle solle nach überhöhten und falschen Kostenangaben zu Grabe getragen werden.

Der Weg von der Trauerhalle bis zu den neuen Gräberfeldern auf dem Büdericher Friedhof ist für gehbehinderte Menschen zu weit, meint die SPD und beantragt den Bau einer zweiten Trauerhalle. Foto: RPO

Büderich "Dass die SPD als nur noch drittstärkste Ratsfraktion Frust in ihrer politischen Arbeit hat, verstehe ich", sagte der Technische Dezernent Dr. Just Gérard gestern an seinem Amtssitz in der Stadtverwaltung in Lank-Latum. Gleichwohl dürfe er im Interesse seiner Mitarbeiter öffentlich erfolgte Unterstellungen nicht unkommentiert lassen, meint der Beigeordnete mit Hinweis auf einen Offenen Brief der Sozialdemokraten zum Thema "Neubau einer Friedhofshalle in Büderich".

Im Bauausschuss hatte die Verwaltung 670 000 Euro als Hausnummer für die Kosten eines Neubaus mitgeteilt. Als Grundlage dieser Zahl dienten im Hinblick auf die Größe Vergleiche zu den Trauerhallen in Lank-Latum und Strümp, aktualisiert nach dem derzeitigen Baukostenindex. "Das war eine Diskussiongrundlage und nicht mehr", sagte Gérard. Er frage sich, warum es im Fachausschuss keine Rückfragen gegeben habe und auch der direkte Kontakt mit ihm ausgeblieben sei. Stattdessen werde SPD-Fraktionsvorsitzende Ilse Niederdellmann in einem Offenen Brief offensiv und erkläre "Die SPD-Fraktion ist sich sicher, dass hier absichtlich zu hoch gerechnet wurde." Die SPD vermute nicht, sondern sie sei sicher, dass die Stadtverwaltung die Politik mit falschen Zahlen füttere, stellt Gérard noch einmal die Ungeheuerlichkeit – wie er findet – heraus.

Mal ganz davon abgesehen, dass es offenbar für eine zweite Trauerhalle auf dem Büdericher Friedhof keinen Bedarf gebe. Eine Besprechung mit Priestern und Bestattern in der vergangenen Woche habe ergeben, dass in dieser Runde keine Mehrheit für einen solchen Neubau zu erkennen gewesen sei. Lediglich ein Geistlicher, so Gérard, würde diesen Antrag der SPD unterstützen.

Zum Hintergrund: Nachdem der Büdericher Friedhof erweitert wurde, erstreckt sich der Weg für die Trauergemeinde von der vorhandenen Kapelle bis zum Grab im so genannten Brühler Feld auf gut 600 Meter. Zu viel für gehbehinderte Senioren, findet die SPD. Sie beantragte deshalb den Bau einer zweiten Kapelle im Brühler Feld.

Die Verwaltung legte eine Kalkulation für eine Trauerhalle mit 350 Quadratmetern Bruttogesamtfläche vor. Das sind 210 Quadratmeter Nettonutzfläche mit einer Halle für 70 Sitzplätze und Nebenräume für Priester und Gärtner sowie Toiletten und zwei Kühlkammern. "Ob die Kühlkammern wirklich nötig sind, muss das Gesundheitsamt entscheiden", sagt Gérard. Die Summe von 670 000 Euro kann bis zu 25 Prozent nach oben oder unten abweichen. Präziser seien die Kosten bei den fehlenden Vorgaben aus der Politik nicht zu beziffern. Außerdem habe seine Fachabteilung keine Kapazitäten frei, um sich intensiver mit der Aufgabe zu beschäftigen. Immerhin betreuten seine Mitarbeiter zahlreiche Kindergartenumbauten, Großprojekte und unerwartete Reparaturen wie an der Decke des Forums Wasserturm.

Quelle: RP

 
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