Meerbusch: Kreisjägerschaft distanziert sich
VON NORBERT STIRKEN - zuletzt aktualisiert: 20.08.2009Düsseldorf (RPO). Der Landschaftsbeirat des Rhein-Kreises Neuss hört heute einen Bericht über getötete Greifvögel. Der Büdericher Thomas Nachtigal bringt seit Jahresbeginn die Behörden auf Trab. Bis hin zum Ministerium schildert er die Missstände in der Jägerschaft.
Büderich Trotz Anfeindungen und auch Drohungen macht Thomas Nachtigal weiter. Der Meerbuscher Tierschützer bringt die Jägerschaft und die Behörden mit seinen Anzeigen auf Trab. Heute beschäftigt sich der Landschaftsbeirat des Rhein-Kreises Neuss ab 15 Uhr in Grevenbroich auf der Schanze 4 mit einem Bericht über verendete und getötete Greifvögel – dass zwei illegal gefangene Mäusebussarde gerettet und inzwischen wieder ausgesetzt werden konnten, das ist unter anderem dem Büdericher Nachtigal zu verdanken (RP berichtete exklusiv). Bis hin zum Ministerium hatte er die zuständigen Stellen alarmiert, damit die Tiere beschlagnahmt werden konnten. Mittlerweile wurde Strafanzeige erstattet.
Nachtigal sieht sich vor allem in Meerbusch um. Dabei entdeckte er illegale Luderplätze (Auslegen von Aas), verbotene Fallen, vergiftete Köder, unangemessene Futterstellen und vieles mehr. Erst gestern berichtete die Polizei von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz am Büdericher Rheinufer.
"Ich war hinter dem Modellflugplatz unterwegs, als ich auf zwei Jäger aufmerksam wurde, die wie die Irren rumgeballert haben", sagt Nachtigal. Als er näher gekommen sei, habe das Duo schnell eingepackt und mit einem Audi das Weite gesucht.
Danach habe er eine Wildtaube mit mehreren Einschusslöchern entdeckt und das mit dem Tod ringende Tier zur Polizeiwache Büderich gebracht. Die Beamten suchen nun Zeugen, die Hinweise auf zwei kräftige, rund 1,80 Meter große Männer machen können, die als Schützen vom Montag Abend in Frage kommen.
Die Kreisjägerschaft distanziert sich in einer Stellungnahme an den Landschaftsbeirat von jeder Art der Gesetzesüberschreitung. Bei den aktenkundigen Fällen handele es sich nicht um Mitglieder der Kreisjägerschaft, sondern um Vertreter der 30 Prozent nicht organisierten Jäger.
Gestern wurde Nachtigal erneut tätig. In einer Mail an den Rhein-Kreis Neuss berichtete er von sechs Baumfalken im Naturschutzgebiet. Allerdings würden Jäger dort mit Geländewagen auch des Nachts "über die Wiesen brettern".
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