Meerbusch: Kunst im Kuhstall
VON TINA STOCKHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 18.03.2008Düsseldorf (RPO). Die Freunde Roland Giersch und Thorsten Fugmann haben einen alten Kuhstall umgebaut, um ihre Holzarbeiten auszustellen. Die Ossumer haben mit dem Raum viel vor: Lesungen, Theater und Workshops soll es dort geben.
Ihre Vorliebe für Kettensägen haben Torsten Fugmann und Roland Giersch nach Sturm Kyrill entdeckt. „Damals gab es plötzlich so viel Holz, dass wir genug Material für unsere Arbeiten hatten.“ Seitdem sägen die beiden wie wild. „Es macht einfach Spaß.“ Roland Giersch steht mitten in seinem frisch gestrichenen Ausstellungsraum in Ossum und lässt den Blick über die Skulpturen schweifen: Indianer, afrikanische Frauen, ein Schaukelelefant und eine hölzerne Venus von Milo haben er und sein Freund Torsten Fugmann im vergangenen Jahr mit der Kettensäge aus Baum-stümpfen gefräst.
Eröffnung
Die Ausstellung eröffnet am Osterwochenende.
Der „Freiraum Ossum“ liegt hinter dem Herberzhof, gleich neben der Kapelle im Ossumer Ortskern.
Wer den Raum für Projekte nutzen möchte, kann sich bei Roland Giersch unter 0179 /7761488 melden.
Jetzt können sie ihre Arbeiten endlich angemessen präsentieren. Den ramponierten Kuhstall hinterm Herbertzhof haben die beiden leer geräumt und frisch gestrichen. Der Besitzer hat ihnen den Raum überlassen, solange sich kein Käufer dafür findet. Am Osterwochenende wollen Giersch und Fugmann ihre erste Ausstellung eröffnen. Noch hat die Elektrik kleine Aussetzer, die weiße Farbe an den Wänden ist gerade erst getrocknet und der Boden ist mehr als nur dreckig. „Es gibt noch viel zu tun bis Ostern.“ Am Eröffnungswochenende wollen die beiden eine kleine Feier machen, mit Getränken und eine Sitzecke vor der Scheunentür. Zwei Düsseldorfer Künstler sollen dann ebenfalls ihre Rauminstallationen, Fotografien und Gemälde ausstellen.
„Freiraum Ossum“ haben sie den alten Kuhstall getauft. „Wir wollen kreativen Menschen, die gern gestalten und werkeln, hier einen Raum bieten“, erklärt Giersch sein Konzept. „Das müssen keine Künstler sein, wir würden uns ja selbst nicht mal so nennen.“ Giersch arbeitet als Gärtner, Fugmann ist Ergotherapeut. Geschnitzt wird nach Feierabend. „Wir können in unserer Freizeit nicht still sitzen“, sagt Giersch. Und er glaubt, dass es nicht nur ihnen so geht.
Deshalb wollen sie im „Freiraum Ossum“ nicht nur Ausstellungen zeigen, sondern den Kuhstall auch für Lesungen, Theater oder Poetry Slam nutzen. „Bei uns kann jeder mitmachen“, sagt Giersch. Nur rumsitzen, das sei im „Freiraum Ossum“ nicht angesagt. „Hier soll etwas entstehen, etwas geschaffen werden.“
Besucher schauen schon jetzt des Öfteren auf den Platz hinterm Herbertzhof, wo die beiden Männer ihre Baumstümpfe bearbeiten. „An den Wochenenden kommen hier viele Ausflügler und Radler vorbei, die unser Hinweisschild an der Straße gesehen haben“, erzählt Fugmann. Bisher hätten sie allerdings nie viel Zeit vor dem kargen Kuhstall verbracht. „Das soll jetzt anders werden.“
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