Meerbusch: Kunst ist ihr Metier
VON NORBERT STIRKEN - zuletzt aktualisiert: 25.09.2008Düsseldorf (RPO). Marianne Pannen aus Büderich präsentiert ab heute den Fluxus-Star Wolf Vostell in der Galerie Vömel. Sie war 1977 die erste selbstständige Art-Beraterin Deutschlands und stattete viele Spielcasinos mit Bildern und Skulpturen aus.
Marianne Pannen ist eine Pionierin. Die Meerbuscherin war laut Wirtschaftmagazin Forbes vor gut 30 Jahren die erste Kunstberaterin Deutschlands. Sie hat unter anderem die Räume der Spielcasinos in Aachen, Bremen, Bad Oeynhausen und Hohensyburg mit Plastiken von Fernando Botero und Arbeiten Andy Warhols sowie Künstlern wie Michael Burges ausgestattet. „Ich habe auch viele Privatsammler beraten. Das ist eine sehr schöne Aufgabe“, berichtet Marianne Pannen. Die Mutter zweier Kinder hat Kunstgeschichte und Romanistik studiert und in den 70er-Jahren in den Galerien Conzen und Hans Mayer in Düsseldorf gearbeitet, ehe sie sich 1977 mit Art Consulting selbstständig gemacht hat.
Seit Wochen arbeitet die Büdericherin an einer besonderen Ausstellung. Heute eröffnet in den Räumen der Galerie Vömel an der Orangeriestraße in der Altstadt eine Ausstellung mit Meisterwerken von Wolf Vostell. Der gebürtige Leverkusener ist einer der wichtigen Fluxus-Künstler. Vor wenigen Monaten hat das Land Nordrhein-Westfalen eine halbe Million Euro für 23 Werke des vor zehn Jahren gestorbenen Vorreiters der Video- und Multimedia-Kunst ausgegeben und die Sammlung dem Museum Morsbroich als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Kultur-Staatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff ist in diesen Tagen regelmäßiger Gesprächspartner von Marianne Pannen. Schließlich gelte es, das Land von einem weiteren Engagement zu überzeugen. Dr. Markus Heinzelmann, Direktor des Morsbroich-Museums, hält heute die Eröffnungsrede und will die Gelegenheit nutzen, um ein Plädoyer für einen zweiten Museumsbau zu halten. Er wünscht sich, dass Vostells Berliner Atelier an den Rhein geholt und öffentlich ausgestellt wird.
Marianne Pannen hat sich mit der Witwe des Künstlers und dessen Söhnen beraten und über die Auswahl der Bilder verständigt. Eines der Meisterwerke bleibt jedoch im Atelier zurück. „Es hat die Größe und den Stellenwert von Pablo Picassos Guernica“, gerät Marianne Pannen ins Schwärmen „und gehört unbedingt in ein Museum“. Der Titel der monumentalen Arbeit lautet „9. November“ – das Datum deutscher Geschichte.
Mit Meerbusch ist Marianne Pannen nicht nur durch die in Büderich und Bösinghoven lebenden Galeristen Vömel und Mayer verbunden. Auch der in Büderich beheimatete, langjährige Direktor der Kunstsammlung NRW, Professor Werner Schmalenbach, schätzt den Gedankenaustausch mit der Kunstexpertin, die im Übrigen der Stadt Meerbusch vor Jahrzehnten ein Konzept für den Nachlass Ewald Matarés empfohlen hat. Das Ergebnis ist bekannt – Matarés Lebenswerk wanderte nach Kleve ab.
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