Meerbusch: Leuchtfarbe als Chance
VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 03.04.2010Düsseldorf (RPO). Der Büdericher Existenzgründer Daniel Tarajevs hat sich die europaweite Lizenz einer speziellen Leuchtfarbe gesichert. Nun sucht er mit seiner Firma Danelly nach Partnern, um "die Nacht bunter zu machen".
Wenn es nach Daniel Tarajevs geht, wird Europa in Zukunft deutlich bunter. Zumindest nachts. Die Vorstellungen des Jungunternehmers reichen von in Neonfarben strahlenden Werbeplakaten, über nicht mehr zu übersehende Radkappen und leuchtenden Disco-Shirts bis hin zu grün-blau-gelb schimmernden Fingernägeln. Besonders haben es ihm auch Blumen als nächtliche Lichtquelle angetan.
Stundenlanges Leuchten
Der Existenzgründer aus der Böhlersiedlung hat sich die europaweite Lizenz für eine so genannte Nachleuchtfarbe gesichert. Gegenüber herkömmlichen fluoreszierenden oder reflektierenden Farben habe dieses Produkt den Vorteil, dass das Leuchten im Dunkeln deutlich länger anhalte. Farbe, die sich im Freien mit Sonnenlicht auflade, strahle noch zehn bis 14 Stunden. "Damen mit lackierten Fingernägeln können noch mit etwa acht Stunden Leuchtkraft ihres Nagellacks rechnen", so der 29-Jährige.
Firma Danelly
Sitz Büderich
Geschäftsführer Daniel Tarajevs
Oberflächen Die Farben können unter anderem aufgetragen werden auf: Glas, Holz, Kunststoff, Beton, Metall, Tapeten, Fotopapier, Klebefolien und Textilien
Hersteller der Leuchtfarbe ist die Firma Acmelight (Ukraine)
Die Farbe enthalte auch keine gesundheitsschädlichen Substanzen wie Phosphor oder Schwermetalle. Inzwischen hat er Mischungen zum Auftragen auf Beton, Holz und Metall-Oberflächen im Angebot aber auch für Textilien und Papier.
Der Jungunternehmer stammt aus Lettland und hat in Köln studiert. Dass er nun in der Böhlersiedlung lebt, "war eher ein Zufall". Düsseldorf war ihm schlicht zu teuer – und in Büderich lockte die gute Autobahnanbindung. Nach seinem Abschluss als Diplom-Kaufmann suchte Tarajews nach einer Marktlücke. "Dabei bin ich auf das Thema Nachleuchtfarbe gestoßen", berichtet er. Vor drei Monaten startete er den Vertrieb, eine Homepage ist auch online.
Unterstützung kam vom Bundeswirtschaftsministerium. Dieses stellte dem Existenzgründer vergangene Woche Platz auf einem Gemeinschaftsstand von Start-Up-Unternehmen bei der Messe "Farbe – Ausbau und Fassade" in München zur Verfügung und gab für die Teilnahme einen Zuschuss. "Unser Angebot ist dort auf großes Interesse gestoßen, auch bei Besuchern aus den Niederlanden und der Schweiz", betont Tarajevs.
Absatzmarkt Osteuropa?
Gute Chancen für einen großflächigen Einsatz rechnet er sich speziell in Osteuropa aus. Kräftige Neon-Farben könnten zwischen Baltikum und Balkan durchaus einen Massengeschmack treffen. Einige Farben leuchten nachts übrigens anders als sie bei Tageslicht aussehen. Rosa-Töne strahlen eher Grün-Gelb, während Grün, Gelb und Blau ihren Farbton behalten.
Zurzeit sucht der Kaufmann noch Partner (Dekorateure, Maler, Drucker oder andere), die Produkte in Leuchtfarbe anbieten wollen. Preislich liegt ein halber Liter Farbe für den Einsatz auf Beton (das reiche zum Abdecken von drei bis vier Quadratmetern) bei 65 Euro. Nagellack kostet 5,90 Euro.
Pünktlich zum Osterfest brachte der Büdericher gestern auch einer Hasenfigur per Farbüberzug das nächtliche Leuchten bei.
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