Meerbusch: Lichtkunst für Schütz-Platz
VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 24.09.2009Düsseldorf (RPO). Der Berliner Künstler Götz Lemberg soll den Neubau der Bücherei in Büderich illuminieren. Kehrseite: Die Kosten dafür steigen um 9200 auf 46 200 Euro. Jährlich werden mindestens 2200 Euro für neue Lampen fällig.
Berlin, München, Bremen: Wenn es um Arbeiten mit Licht geht, ist der Berliner Künstler Götz Lemberg einer der ganz großen in Deutschland. Gerade ziert seine Installation "Weiss" die Fassade des Stuttgarter Kunstmuseums. Auch den Französischen Dom in der Hauptstadt hat der Künstler schon zum begehbaren Kaleidoskop gemacht. Eine Liga, in der Meerbusch gerne mitspielen möchte. Auch wenn hier alles etwas kleiner ist.
Götz Lemberg bekam daher jetzt den Zuschlag für die abendliche Beleuchtung des neuen Medienzentrums am Dr.-Franz-Schütz-Platz. Die Politik hatte die Entscheidung einer hochkarätig besetzten Jury mit Vertretern unter anderem aus Düsseldorfer Kunstakademie und K21 überlassen, die von einer Politiker-Jury ergänzt wurde.
Problem: Die Installation wirkt am besten, wenn Erdgeschoss und die beiden oberen Etagen angestrahlt werden. Diese "Kunst am Bau"-Lösung wäre mit 46 200 Euro aber 9200 Euro teurer als ursprünglich veranschlagt. Die Kulturexperten votierten trotzdem dafür, und auch die Jury-Vertreter von CDU, SPD, Grünen und FDP waren äußerst angetan. Der Mehrbetrag soll nun bei der Kunst für das Lanker Bürgerhaus eingespart werden.
Teure Speziallampen
Als diese Umschichtung im Kulturausschuss abgenickt werden sollte, tauchten jedoch andere Schwierigkeiten auf. Denn die Speziallampen der 24 Projektoren haben laut Verwaltung eine Lebensdauer von 3000 bis 4000 Stunden. Das heißt, bei einer durchschnittlichen abendlichen Illumination von 3,5 Stunden, sind nach knapp 900 Tagen zwei Dutzend neuer Lampen fällig. Und die sind richtig teuer. CDU-Ratsherr Uwe Wehrspohn hatte sich beim Hersteller erkundigt und bekam dort einen Preis von 451 Euro pro Lampe genannt. Müsste man den Satz einmal pro Jahr wechseln, würde das Zusatzkosten von 10 824 Euro bedeuten, rechnete er vor. Wehrspohn bemängelte zudem, dass das aufwendige Lichterspiel praktisch ohne Zuschauer über die Bühne gehen werde: "Wer läuft denn schon abends über den Schütz-Platz?"
Jurymitglied und SPD-Ratsfrau Nicole Niederdellmann-Siemes sah das anders: "Das wird ein toller Hingucker, ein Gewinn für Meerbusch! Der Entwurf hat uns alle begeistert." Professor Stefan Altmeyer von der Kölner FH Medien habe den Juroren zudem versichert, dass "die Kosten tragbar seien". Eventuell könne man noch Sponsoren gewinnen. Der Künstler selbst rechnet laut Verwaltung mit 2200 bis 2500 Euro jährlich für Leuchtmittel.
CDU, SPD, FDP und Grüne stimmten schließlich der Umschichtung der 9200 Euro von Lank nach Büderich zu. Lediglich Wehrspohn enthielt sich – in der normalerweise einstimmig votierenden CDU-Fraktion ein ungewöhnlicher Schritt. Kommentar/Tagesfrage
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