Meerbusch: Märchenhafter Kinderzug
VON ALEXANDER RUTH - zuletzt aktualisiert: 07.02.2010 - 20:15Düsseldorf (RPO). Die Tradition lebt: Mehr als 200 bunt kostümierte Kinder zogen gestern durch Nierst. Auf Teilnehmer und die zahlreichen Zuschauer warteten zwei Zentner Süßigkeiten. Die mussten "bewacht" werden.
In Nierst werden Märchen war. Cinderellas Kutsche fährt durch die Straßen des Dorfes am Rhein. "Helau", ruft das Prinzenpaar Isabel I. Wolters (10) und Marcel I. Otten (9) durch die Straßen, und mehr als 200 Kinder folgen den beiden närrischen Hoheiten. Was wie die Vermischung aus mehreren Märchenbüchern klingt, spielt sich jedes Jahr in Nierst ab.
Denn beim großen Umzug des Kinderkarnevals begeistern die Nierster Narren seit über 40 Jahren sowohl Kinder als auch Erwachsene und können sich über großen Zuspruch freuen. "Wir sind auch schon im vergangenen Jahr mitgegangen", sagen Maja (6), Theresa (6) und Vivian, die mit ihrer Klasse 1a der Theodor-Fliedner-Grundschule aus Lank-Latum ein gezinktes Kartenspiel darstellen – jeder der kleinen Narren ist halt ein Gewinn. "Wir sind alle als As verkleidet", erklärt Pik-As Pascal (6). Doch schon ein paar Schritte weiter im Zug befindet sich eine kleine Sicherheitszone.
Die Klasse 3a geht als "Musketier und Hofdame" und bewacht mit ihren Karnevalsklingen scharf den Bonbon-Wagen. Nicht nur in Lank-Latum werfen die Teilnehmer des Zuges und das Prinzenpaar keine Süßigkeiten vom Zug, in Nierst geht die Sicherheit ebenfalls vor. "Die Kinder sammeln die Leckereien von den Anwohnern", erklärt Organisator und Vorsitzender des Kinderkarnevalskomitees Michael Podsada. "Im Festzelt teilen wir sie dann mit unseren Süßigkeiten auf." Dort bekommt jeder Teilnehmer des Tages einen kleinen Beutel. Rund zwei Zentner Bonbons, Lutscher, Kaugummis und Kamelle kommen in Nierst so an das Kind.
Damit die Sammelware nicht auf dem Weg abhanden kommt, wird sie eskortiert. "Ich habe mir im Winterurlaub das Bein gebrochen", erklärt Hanna (8), die den besten Platz des Tages hat, und hebt zur Demonstration den Gipsfuß hoch. Die kleine Hofdame sitzt mitten im Bollerwagen voller Süßwaren. Nach einer halben Stunde ist dann erstmal Pause.
Zwei Kilometer Zugweg
Insgesamt rund zwei Kilometer geht der Zugweg, und die Kinder rasten bei einem Biwak des Kinderprinzen. "Wir haben 30 Kuchen aus der Nachbarschaft", sagt der erwachsene Prinz Klaus I. Otten, der auch Gastgeber und Vater des Kinderprinzen ist.
Mit Schoko-Stücken bewaffnet, diskutiert derweilen die ebenfalls als Musketier verkleidete Klasse 4a, ob sie bei einem feindlichen Überfall das Prinzenpaar auch verteidigen würde. "Auf jeden Fall", versprechen die Freundinnen Alisa und Carolin (beide 9). Nach der Stärkung geht's auch fix weiter, und am Ende bekommen alle Teilnehmer dann eine traditionelle Nierster Köstlichkeit als Geschenk: den Wurstorden.
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