Meerbusch: Meerbuscher Hoffnungen
VON NORBERT STIRKEN UND ALEXANDER RUTH - zuletzt aktualisiert: 04.03.2009Düsseldorf (RPO). Mit der Berufung des Strümpers Lutz Lienenkämper zum Minister für Bauen und Verkehr verbinden viele in dessen Heimatstadt große Erwartungen. Am Mittwoch wird der 39-jährige Jurist vereidigt.
Lutz Lienenkämper aus Strümp ist neuer Landesminister für Bauen und Verkehr. Am Mittwoch wird er vereidigt. Kaum hat Ministerpräsident Jürgen Rüttgers den Juristen als Nachfolger von Oliver Wittke vorgestellt, positionieren sich die Menschen in Meerbusch mit Wünschen an das jüngste Regierungsmitglied. Christoph Lange, Vorsitzender des Vereins Bürger gegen Fluglärm, aus Osterath hofft darauf, dass Lienenkämper die "großen Flurschäden seines Vorgängers schnellstmöglich beseitigt".
Unter anderem wünscht er sich vom Minister aus Meerbusch, dass er die "ausnahmsweisen Verspätungen am Düsseldorfer Flughafen für Starts und Landungen nach 22 beziehungsweise 23 Uhr" unterbindet, dass er den so genannten Probebetrieb sofort stoppt und den versteckten Ausbau des Flughafens verhindert. "Wenn sich Lienenkämper an diese Themen herantraut, kann er auf die Unterstützung der Bürger gegen Fluglärm zählen", erklärt Lange.
Politikerkollege Oliver Keymis, Vizepräsident des Landtags aus Lank-Latum, erwartet, dass Lienenkämper als zuständiger Minister für Denkmalangelegenheiten sowie Gartenkunst und Landschaftskultur etwas für Haus Meer in Büderich bewirken kann. Das alte Klosterareal ist mitsamt des Parks von Joseph Clemens Weyhe ein überregional bedeutsames Gesamtdenkmal. Wittke habe ihm, so Keymis, zugesagt, die Herrichtung des Geländes zu fördern.
Selbstverständlich existieren auch in Lienenkämpers Wohnort Strümp Erwartungen mit der Ernennung. So wünscht sich der Bürgerverein Kleene Strömper direkt zwei neue Kreisverkehre, um die Xantener Straße ruhiger zu machen. Einen an der Schnittstelle der L 386/ Xantener Straße und eine an der Kreuzung Forststraße/ Moerser Straße. Dabei besuchte Wolfgang Möller, Vorsitzender der Kleenen Strömper, bereits im August vergangenen Jahres Oliver Wittke in seinem Ministerium und stellte das Projekt "Kreisverkehr an der Forststraße" in einer Präsentation vor. Schon damals setzte sich der Lienenkämper für seine Heimatstadt ein und vermittelte den Termin in Düsseldorf.
Gesine Wellhausen von der FDP wünscht, dass die Umbenennung der A 44-Flughafenbrücke in Joachim-Erwin-Brücke zu den Akten gelegt wird. Vielleicht könne Lienenkämper seinem Kollegen Wolfgang Tiefensee in Berlin rein informell auf die Notwendigkeit hinweisen, für den Bau eines unterirdischen Kreisverkehrs unterhalb der Bahngleise in Osterath seinen Teil der Gelder bereitzustellen.
CDU-Parteifreund Werner Damblon warnt, "wir sollten uns keinen Illusionen hingeben". Es sei nicht zu erwarten, dass Lutz Lienenkämper nun die Meerbuscher Wünsche erfülle. "Das kann er doch auch gar nicht."
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