Meerbusch: Meerbuscher Musik für den Tatort
VON NORBERT STIRKEN - zuletzt aktualisiert: 05.09.2008Düsseldorf (RPO). Der preisgekrönte Filmkomponist René Dohmen schafft mit elektronischen Klängen die Atmosphäre für den verdeckten Ermittler Cenk Batu. Der Hamburg-Krimi wird im Oktober gesendet.
René Dohmen ist in der ersten Liga angekommen: Der Lank-Latumer hat die Musik zum neuen Tatort komponiert und zum großen Teil auch selbst eingespielt. Ab Oktober löst der verdeckte Ermittler Cenk Batu seine Fälle in Hamburg. Schauspieler Mehmet Kurtulus schlüpft in die Rolle eines türkischen Einzelgängers, der seine Identitäten wechselt wie andere das Hemd. Dohmen kennt den Kommissar und den kompletten Pilotfilm des Norddeutschen Rundfunks, der unter dem Titel „Auf der Sonnenseite“ auch beim Filmfest der Hansestadt gezeigt wird, sehr genau. Er hat ihn bereits in voller Länge gesehen und sich mit der besonderen Atmosphäre und den unterschiedlichen Charakteren intensiv beschäftigt. „Der Hauskomponist hatte keine Zeit und da hat sich Regisseur Richard Huber an uns erinnert“, berichtet René Dohmen bescheiden.
Dabei ist Dohmens Können inzwischen auch offiziell gewürdigt: Gemeinsam mit seinem Partner Joachim Dürbeck hat er den Max-Ophüls-Preis für die beste Filmmusik erhalten. Überhaupt schwimmt das Duo auf einer Erfolgswelle. Zuerst lief der Streifen „Up Up To The Sky“ mit Katja Riemann und Armin Rohde zu Dohmens Klängen im Kino und nun ist „Selbstgespräche“ von Andre Erkau mit der preisgekrönten Musik in der fünften Woche zu sehen.
„Der neue Tatort ist der beste, den ich seit langem gesehen habe“, schwärmt der 41-Jährige. Weil der Film eine völlig neue Erzählstruktur habe, verlange er auch nach neuer Filmmusik. Die Musik sei das Salz in der Suppe, damit die Handlung vom Zuschauer noch intensiver erlebt werde. „Wir haben die ausgetretenen Pfade verlassen und die Klischeespannungskrimimusik auf den Müllhaufen geworfen“, greift Dohmen zu anschaulichen Bildern. Der Tatort und der neue Ermittler polarisierten, und die Musik tue es auch, sagt der passionierte Punk-Musiker, der in seiner Freizeit in der Band Drowning By Numbers spielt. Seine musikalischen Anfänge liegen übrigens in der Punkband „Bones“, die sogar einen Plattenvertrag beim Weltkonzern EMI hatte und mit prominenten Produzenten wie Jon Caffery (Die Toten Hosen, Einstürzende Neubauten) arbeitete.
Statt auf Streicher- und Pianomelodien setzt der Meerbuscher für den neuen Hamburg-Krimi nun auf elektronische Klänge mit dem Synthesizer und Störgeräusche. Die Musik verstärke die Ecken und Kanten des Charakters von Kommissar Batu. Daran haben sich auch der Regisseur und die Verantwortlichen erst gewöhnen müssen. „Aber jetzt sind alle begeistert.“
Dohmen ist bei seinen szenischen und dramaturgischen Kompositionen neue Wege gegangen. So kommt unter anderem auch eine Hammered-Dulcimer zum Einsatz. Das ist ein Art Zither, die nicht gezupft, sondern geschlagen wird. Der Meerbuscher ist ein großer Fan des Schauspielers Kurtulus, der schon den renommierten Grimme-Preis erhalten hat und als Attila Aslan mit Maria Furtwängler auf Verbrecherjagd war.
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