Meerbusch: Meerbuschs größte Kita
VON ANDRIANA SAKARELI - zuletzt aktualisiert: 07.09.2010Düsseldorf (RPO). Zur Eröffnung der Städtischen Kindertagesstätte Am Sonnengarten kam einst Konrad Adenauer. 120 Kinder besuchen die Kita, viele von ihnen stammen aus Familien mit geringem Einkommen und Migrationshintergrund.
büderich Beate Gesiorowski und ihr Team arbeiten nicht nur in der Städtischen Kindertagesstätte Am Sonnengarten. Sie machen auch viele Wege, die außerhalb ihres eigentlichen Wirkungsfeldes liegen: Die Erzieherinnen begleiten die Kinder und ihre Eltern zum Beispiel zum Fußballtraining. "Wir gehen mit den Eltern dorthin, wo sie ohne unsere Hilfe sonst nicht hingehen würden", erzählt die stellvertretende Kitaleiterin. Der Grund: Viele Eltern sprechen schlecht oder nur wenig Deutsch. Hinzu komme, dass diese Familien nicht viel Geld hätten. Den Mitgliedsbeitrag für einen Verein können sie nicht zahlen. Deshalb handeln die Erzieherinnen gelegentlich auch Sonderkonditionen für die Kinder aus. Das geht, weil die Kita als Familienzentrum ohnehin mit verschiedenen Stellen kooperiert. Möglich werden dadurch ebenfalls Deutsch-Kurse für die Eltern oder auch schon mal eine Schuldnerberatung. Die Kita ist seit drei Jahren Familienzentrum. Sie hat dafür zusätzliche Räume bekommen, in denen verschiedene Angebote und Aktivitäten stattfinden.
Am Sonnengarten
Adresse Am Sonnengarten 2, in Büderich
Lage Wohngebiet
Einzugsgebiet Kinder aus der Siedlung Büderich-Süd
Betreuungsformen 25 Stunden, 35 Stunden ohne Mittagessen, 45 Stunden mit Mittagessen
Kosten Auf der Internetseite der Stadt sind die monatlichen Elternbeiträge aufgelistet: www.meerbusch.de
Der Sonnengarten ist mit sechs Gruppen (120 Kinder) die größte Kindertagesstätte in Meerbusch. Sie existiert seit mehr als 50 Jahren. Zur Eröffnung damals kam sogar Konrad Adenauer. Die Bilder davon hängen im Büro der Leiterin. Eine weitere Besonderheit: Kinder bis zum zehnten Lebensjahr besuchen die Einrichtung am Nachmittag. Gesiorowski: "Das sind Kinder, die früher bei uns waren und nun zur Schule gehen. Sie kommen zur Hausaufgabenbetreuung." Die Hausaufgabenbetreuung wird in den Räumen des Familienzentrums in einem Nebengebäude abgehalten. In der Kita selbst ist dafür kein Platz. Die Gruppenräume platzen aus allen Nähten.
Da ein Großteil der Kinder ausländischer Herkunft ist oder zumindest ein Elternteil aus einem anderen Land stammt, nimmt die Sprachförderung einen hohen Stellenwert in der Arbeit der Erzieherinnen ein. Dabei holen sie auch die Eltern mit ins Boot. Ein Beispiel dafür ist das "Rucksack"-Projekt: In der Kita erarbeiten die Kinder Lerninhalte auf Deutsch. Die Aufarbeitung findet dann zu Hause in der jeweiligen Muttersprache statt. So profitieren beide Seiten – die Kinder und ihre Eltern. "Unsere Kinder lernen schnell, auch wenn sie ohne Sprachkenntnisse zu uns gekommen sind", berichtet die stellvertretende Leiterin. Diese Rückmeldung erhielte sie auch von den Grundschulen. Die meisten Kinder kommen in den Sonnengarten, wenn sie drei Jahre alt sind. Seit zwei Jahren bietet der Kindergarten aber auch eine U3-Betreuung an. Sechs Plätze für Kinder ab zwei Jahren stehen dafür zur Verfügung. 16 Mitarbeiter sind in der Kita beschäftigt.
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