Meerbusch: Minister aus Meerbusch
VON NORBERT STIRKEN - zuletzt aktualisiert: 03.03.2009Düsseldorf (RPO). Der 39-jährige Lutz Lienenkämper aus Strümp tritt die Nachfolge von Oliver Wittke als Landesminister für Verkehr und Städtebau an. Der Meerbuscher mag Sport und gutes Essen.
Lutz Lienenkämper ist ein freundlicher und geselliger Mensch. Er lacht gerne und oft, mag Tennis, Fußball, Krimis, gutes Essen, Rotwein und schnelle Autos. Gleichwohl ist der studierte Rechts- und Staatswissenschaftler ein sehr ernsthafter Charakter, der schon seit seiner Jugend zielstrebig seine politische Karriere gestaltet. Nun ist der 39-jährige Christdemokrat am Ziel angekommen. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers stellte ihn gestern als neuen Landesverkehrsminister und Nachfolger von Oliver Wittke vor.
Lienenkämper engagierte sich in der Jungen Union und bewarb sich früh für ein Ratsmandat. In Bürgermeister Rolf Hapke fand er in seiner Nachbarschaft im Strümper Prominentenviertel Schürkesfeld einen erfahrenen Kommunalpolitiker, der ihn und seinen Meerbuscher Kollegen Gero Furchheim nach Kräften unterstützte und förderte. Während Furchheim als bekennender Homosexueller damals bundesweite Schlagzeilen schrieb, weil ihm einige Parteimitglieder eine Kandidatur verwehren wollten, begann Lienenkämpers Aufstieg ohne Probleme. Stadtrat, stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender, Partei- und Fraktionschef, Kreistagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender im Rhein-Kreis Neuss, Landtagsmandat, wirtschaftspolitischer Sprecher und nun Minister – der politische Aufstieg erfolgte auf der Überholspur.
Vita
Lutz Lienenkämper wurde am 24. Mai 1969 in Köln geboren.
Er lebt in Strümp und besuchtedort die Martinus-Grundschule und das Meerbusch-Gymnasium.
In Bonn studierte er Rechts- und Staatswissenschaften.
Nach dem 2. Staatsexamen und Referendariat stieg er in eine Düsseldorfer Kanzlei ein.
Was den ambitionierten Tennisspieler des TC Bovert, der immer wieder mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hat, auszeichnet, ist sein Fairplay. Nicht nur im Sport legt der Anhänger des Traditionsclubs FC Schalke 04 Wert auf respektvollen Umgang miteinander. Polemik und persönliche Attacken sind Fremdwörter für den kommunikationsfreudigen und sachlichen Mann. Aus diesem Grund genießt Lienenkämper auch bei politisch anders denkenden Meerbuschern in Stadtrat und Ausschüssen großes Ansehen. Mit dem konzilianten Lienenkämper lässt sich trefflich über jedwede Themen sachlich diskutieren.
In seiner neuen Rolle als Minister für Städtebau und Verkehr wird er in dem gut einen Jahr bis zur kommenden Landtagswahl seinen Worten nun Taten folgen lassen müssen. Gespannt sind sicherlich nicht nur die Meerbuscher, wie er die kniffligen Fragen hinsichtlich der Umbenennung der Flughafenbrücke in Joachim-Erwin-Brücke, aber auch zu den Begleitumständen am Düsseldorfer Flughafen beantworten will.
Schließlich hatte Lienenkämper 2005 im Landtag in Düsseldorf mit den Grünen gegen die neue Betriebgenehmigung für den Airport in Lohausen gestimmt und sogar eine Initiative innerhalb der CDU gestartet. In einem Brief an seinen Vorgänger Wittke schrieb er: "Wir lehnen die Erhöhung der Stundeneckwerte ab. Die Gesundheit der Anwohner habe Vorrang vor den wirtschaftlichen Interessen des Flughafens."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum