Meerbusch: Minister soll die Nachtflüge stoppen
VON NORBERT STIRKEN - zuletzt aktualisiert: 19.10.2007 - 10:14Düsseldorf (RPO). An- und abschwellenden Fluglärm in ohrenbetäubender Lautstärke musste Landesverkehrsminister Oliver Wittke (CDU) gestern Abend im fast schon überfüllten Bürgersaal in Meerbusch-Büderich über sich ergehen lassen. „Schließen Sie bitte die Augen und versetzen sich in die Rolle ihres Sohnes Max, der im Bett liegt und schlafen möchte“, sagte Christoph Lange vom Verein „Bürger gegen Fluglärm“, auf dessen Einladung sich der Minister in die Höhle des Löwen gewagt hatte.
Einen solchen Lärm würden 800.000 Betroffene jede Nacht gleich mehrmals hören. Während Lange den Minister als Mitstreiter für eine neue Nachtflugregelung im Interesse der Anwohner des Flughafens Düsseldorf zu gewinnen suchte, hielten die Besucher Protestschilder mit Parolen wie „Fluglärm macht Kinder dumm“, „Nit quake, mer wolle schloope“ oder gar „Lärmterrorist“ in die Höhe.
Verspätungen eindämmen
„Ich stehe an Ihrer Seite, wenn es darum geht, unnötige Verspätungen zurückzudrängen“, betonte Wittke. Er erkenne die Belastungen der Menschen durch den Fluglärm zur Nachtzeit ausdrücklich an. Gleichwohl bestand der Minister darauf, dass es wegen Extremwetterlagen und Notfällen immer wieder zu Starts und Landungen in der Nachtzeit kommen werde. Grundsätzlich mochte der Christdemokrat die von Lange recherchierten Zahlen von rund 1200 „ausnahmsweise Verspätungen“ in jedem der drei zurückliegenden Jahre nicht bestätigen. Wittke hatte eigene Zahlen mitgebracht, die mit lauten „Buh-Rufen“ quittiert wurden.
„Stehen Sie zu Ihrem Wort und bestrafen die Gesellschaften, die regelmäßig zu spät landen“, forderte Lange. In den vergangenen drei Jahren habe es nur drei Nächte gegeben, in denen die Fluggesellschaften ihre Starts und Landungen entsprechend der gültigen Betriebsgenehmigung für den Flughafen Düsseldorf abgewickelt hätten, meinte der Vorsitzende des Vereins „Bürger gegen Fluglärm“. Er forderte vom Minister, die gerade zur Neufassung anstehenden Nachtflugregeln so zu gestalten, dass er überhaupt die Möglichkeit habe, Ausnahmetatbestände festzustellen. Erst dann gäbe es eine Grundlage für Sanktionen. „Im Moment kann ich es tatsächlich nicht“, räumte Wittke ein.
Nachtwache halten
Im Anschluss an die Diskussionsveranstaltung machten sich die Teilnehmer zu einer Demonstration gegen Fluglärm auf den Weg zum Dr.-Franz-Schütz-Platz im Ortszentrum, um dort eine symbolische Nachtwache zu halten.
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