Meerbusch: Mit 14 in der Fernseh-WG
VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 24.10.2009Düsseldorf (RPO). Auszug aus dem Hotel Mama: Am Montag startet beim Kinderkanal die Doku "Die Jungs-WG". Fünf Jugendliche leben einen Monat lang ohne Eltern zusammen. Einer von ihnen ist Aaron Koenigs aus Strümp.
Das Konzept klingt nach Chaos, Dauer-Party und der dringenden Notwendigkeit einer anschließenden Komplett-Renovierung: Was passiert, wenn man fünf 13- bis 15-Jährige für einen Monat ohne Eltern in einer Villa mit rund 2000 Euro Budget allein lässt? Diese Frage stellte der Kinderkanal von ARD/ZDF – und drehte in den Sommerferien "Die Jungs-WG", die ab Montag ausgestrahlt wird.
Mit Aaron Koenigs kommt einer der WG-Bewohner aus Strümp. Der Schüler des Meerbusch-Gymnasiums (Lieblingsfächer: Sport Musik/Kunst) freute sich riesig, dass er aus rund 500 Bewerbern ausgewählt wurde. Denn seit der Schüler zum ersten Mal bewusst ferngesehen hat, möchte er Schauspieler werden. Jeden Samstag übt er in einer Kölner Privatschule Sprache, Ausdruck und Bewegung: "Das ist jetzt natürlich eine große Chance". Wobei es bei der "Real-Life-Doku" in erster Linie darauf ankam, natürlich zu bleiben.
Krawall in der Container-Show?
Mutter Stefanie musste bei dem Angebot erstmal an Bilder von Möchtegern-Stars denken, die in abgeschlossenen Containern aufeinander gehetzt werden. "Für eine Privatsender-Show, hätte ich nie meine Zustimmung gegeben", stellt sie klar. Aber dem öffentlich-rechtlichen Kanal schwebte etwas völlig anderes vor.
Da kamen sie also an, fünf aufgeweckte Jungs aus Hamburg, Berlin, dem Ruhrgebiet und Meerbusch, mit familiären Wurzeln unter anderem in Ghana, Sri Lanka und Persien. Von selbstständig bis völlig verwöhnt. Das 250-Quadratmeter-Haus mit Pool war ordentlich und sauber, der Kühlschrank leer. Beides sollte sich bald ändern.
Zunächst musste ausdiskutiert werden, wer kochen kann. Und was. Aaron hatte gleich einen Stein im Brett, weil die Küche für ihn kein Neuland ist. Andere taten sich schwerer. "Einer musste sogar das Abtrocknen lernen", wundert sich der Gymnasiast. Das Ergebnis der Diskussion waren häufig Nudeln, Pommes und Chicken-Wings. Oder der Gang zum Fastfood-Imbiss. Aber auch mal ein selbstgemachtes Menu aus Fernost.
Finanz-Lektion bei Ikea
500 Euro standen den Fünfen pro Woche zur Verfügung. Für Teenager ein Haufen Geld. Doch sie merkten schnell, dass der scheinbare Reichtum beim Einkauf in einem schwedischen Möbelhaus ziemlich rasch abschmilzt – und dass am Ende immer noch Geld für Essen übrig bleiben sollte. Die Kika-Pädagogen, die das Ganze überwachten und im Notfall eingegriffen hätten, werden gegrinst haben. "Klar hat es auch mal Streit gegeben, gerade wenn jemand im Haushalt nicht mithelfen wollte, weil er ,zu müde' war", meint Aaron und streicht seinen langen Pony zurecht. Aber letztlich rauften sich die Fünf doch immer wieder zusammen und regelten die Konflikte. Am Ende fiel ihnen der Auszug richtig schwer.
Und was bleibt? Hängen geblieben ist bei allen die Erkenntnis, dass im Haushalt viel mehr zu tun und zu bedenken ist, als einem Heranwachsenden so auffällt. "Eine interessante Erfahrung. Aber für mich wäre es jetzt noch viel zu früh, um alleine zu leben. Ich bin echt froh, dass ich noch zuhause wohnen kann", sinniert Aaron. Um die Renovierung wird das Kika-Team übrigens trotz aller pädagogisch wertvollen Diskussionen nicht herumkommen. Weil sie das Streichen einer Wand abkürzen wollten, hatten zwei Jugendliche den genialen Einfall, die Farbe aus dem Eimer direkt auf die Wand zu schütten. Das folgende Farb-Gematsche tat dem Teppich gar nicht gut.
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