Meerbusch: Nachtflüge: Lärmgegner sehen Fortschritte
VON CHRISTOPH BAUMEISTER - zuletzt aktualisiert: 22.02.2010Düsseldorf (RPO). Die nächtlichen Verspätungen am Düsseldorfer Flughafen haben sich im vergangenen Jahr deutlich reduziert. Die Zahl der Landungen nach 23 Uhr ist gegenüber 2008 um 25,5 Prozent gesunken. Die Zahl der nach 22 Uhr mit einer Ausnahmegenehmigung der Luftaufsicht gestarteten Flüge war 2009 um 34 Prozent niedriger als im Vorjahr.
"Die Anstrengungen aller Beteiligten für eine höhere Pünktlichkeit am Düsseldorfer Airport zeigen Erfolg", sagt Christoph Blume, Sprecher der Flughafengeschäftsführung. Durch intensive Gespräche mit allen Beteiligten und eine wiederholte Sensibilisierung für das Thema habe man Wege erarbeitet, präzisere Landungen insbesondere in den Nachtstunden zu erreichen.
Für Christoph Lange, Vorsitzender des Vereins Bürger gegen Fluglärm, ist das aber nur die halbe Wahrheit. "Die Zahlen sind korrekt, aber der Kern des Problems wird darin nicht beschrieben", sagt er. Es habe in 2009 nämlich nur 60 Nächte gegeben, in denen die Ausnahmeregeln eingehalten worden seien. In 305 Nächten sei dies aber eben nicht passiert – und genau anders herum müssten seiner Meinung nach die Zahlen lauten.
2009 fanden am Airport 1187 Landungen nach 23 Uhr statt. Im Vorjahr waren es 1593. Die Zahl der nach 22 Uhr mit einer Ausnahmegenehmigung der Luftaufsicht gestarteten Flüge sank von 203 auf 134. "Es ist etwas besser geworden. Diesen kleinen Erfolg schreiben wir Fluglärmgegner uns auf die Fahnen. Ohne uns würde es in dieser Richtung null Fortschritte geben", meint Lange. Doch seine eigentlichen Ziele habe der Verein längst noch nicht erreicht.
"Wir wollen, dass die Menschen rund um den Flughafen nahezu jede Nacht wieder sieben bis acht Stunden vernünftig durchschlafen können", so Lange. Für den Airport gelten strenge Regelungen hinsichtlich der Nachtflugbeschränkungen. So sind planmäßige Starts nur zwischen 6 und 22 Uhr und planmäßige Landungen nur zwischen 6 und 23 Uhr gestattet. Doch die Nachtflugregelung sieht Toleranzen für verspätete Landungen vor: Grundsätzlich sind diese bis 23.30 Uhr, für bestimmte Fluggesellschaften aber eben auch bis 24 Uhr und zwischen 5 und 6 Uhr möglich. Darin sieht Lange das Problem: "Wenn man bedenkt, dass es 2009 nur 60 Nächte gab, in denen die Nachtruhe nicht erheblich eingeschränkt war, ist das immer noch unzumutbar."
Sein Vorschlag: "Warum kann man den Airport nicht einfach nur von 7 bis 22 Uhr öffnen, das würde vollkommen ausreichen." Der Lärmgegner wehrt sich gegen den Vorwurf, dass der Verein generell gegen den Flughafen sei. "Wir nutzen ihn doch genauso wie andere Menschen hier in der Region. Wir fordern lediglich eine angemessene Nachtruhe, denn der durch den Fluglärm verursachte unruhige Schlaf macht nachweislich krank", betont Lange. Frage des Tages
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