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Meerbusch: Neue Hürden für Frischemarkt

VON NORBERT STIRKEN - zuletzt aktualisiert: 22.02.2010

Düsseldorf (RPO). Die Stadtverwaltung holte sich mit ihrem Vorhaben, den zentralen Versorgungsbereich in Osterath auszuweiten, bei der Bezirksregierung eine blutige Nase. Unserer Redaktion liegt das vertrauliche Protokoll vor.

Die geplante Ostara-Bebauung.  Bild: Stadt Meerbusch Foto: RPO
Die geplante Ostara-Bebauung. Bild: Stadt Meerbusch Foto: RPO

Bis zu 20 Millionen Euro Kaufkraft würde ein großflächiger Frischemarkt auf der Ostara-Brache in Osterath jährlich aus Stadt und Region abziehen. Das sagen die Gutachter der Carat-Immobiliengesellschaft aus Oberhausen, die Eigentümer der 140 000 Quadratmeter großen Fläche ist.

Die Experten der Bezirksregierung Düsseldorf glauben nicht an die Richtigkeit dieser Zahlen und erwarten, dass es noch bis zu neun Millionen Euro mehr sein werden. "Die Aussagen des GfK-Gutachten werden angezweifelt", heißt es in einem aktuellen und vertraulichen Protokoll über ein Gespräch der Meerbuscher Planungsfachleute Dr. Just Gérard und Ulrich Hüchtebrock im Regierungspräsidium in Düsseldorf.

Im Klartext holten sich die Meerbuscher mit ihrem Vorhaben den zentralen Versorgungsbereich – dort, wo sich Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie konzentrieren – in Osterath so weit auszudehnen, dass neben dem alten Ortskern auch die Ostara-Brache dazugehört, eine blutige Nase. Wenn die Bezirksregierung bei ihrer Haltung bleibt, bedeutet dies wahrscheinlich das Ende für einen Frischemarkt in der Größenordnung mit 4000 bis 4500 Quadratmetern Verkaufsfläche.

In dem Protokoll, das der RP vorliegt, heißt es unter anderem: Die Absicht der Stadt sei problematisch. Gutachter sähen eine Gefahr für die wirtschaftliche Existenz der etablierten Einzelhandelsbetriebe im Ortskern. Die Trennung durch die Bahnlinie und die große Zahl geplanter Parkplätze widersprächen der Annahme, der Ortskern würde von den Frischemarkt-Kunden profitieren.

Es wird sogar eindringlich vor der Absicht der Stadt gewarnt, den zentralen Versorgungsbereich über den jetzigen Ortskern hinaus auszuweiten. Das würde auch die Geschäfte der Dienstleister und Gastronomen beeinträchtigen.

Dass die massiven Bedenken der Bezirksregierung nicht ohne Belang sind, verdeutlichte Bürgermeister Dieter Spindler im RP-Gespräch. Der Regierungspräsident müsse einer Änderung des Flächennutzungsplans zustimmen. Und die sei notwendig, um in Meerbuscher einen Bebauungsplan aufzulegen, der die Errichtung eines Frischemarkts gestatte.

Spindler sieht insgesamt noch nicht so schwarz für das Projekt und stützt sich dabei auf die letzte dazu protokollierte Einschätzung. Darin heißt es: "Die Untersuchung der Tragfähigkeit eines Einzelprojekts müsse mit dem gesamtstädtischen Konzept und dessen Zielsetzung übereinstimmen, beziehungsweise bei einer Abweichung vom Gesamtkonzept gut und nachvollziehbar begründet sein.

Es sei nun Aufgabe einer Mehrheit in der Politik die Ausweitung des Zentralen Versorgungsbereichs für Osterath zu beschließen und mit Hilfe der Stadtverwaltung eine gute Begründung dafür zu liefern. Die Perspektive für einen Frischemarkt sei durch die Einschätzung in Düsseldorf "nicht unkomplizierter" geworden, meint der Bürgermeister.

Quelle: RP

 
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