Meerbusch: Neue Küche statt Mensa
VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 30.01.2010Düsseldorf (RPO). Die Realschule Osterath soll doch keinen 960 000 Euro teuren Mensa-Neubau bekommen. Statt dessen schlägt die Verwaltung eine Erneuerung der Küche und den Anbau von zwei Schulräumen vor. Ersparnis: rund 340 000 Euro.
Wenn Kinder in der Schule über Mittag betreut werden, müssen sie warm essen. Dafür sind Platz für einen Speiseraum und eine moderne Küche nötig. Da beides in der Realschule Osterath nicht vorhanden ist, sollte die Einrichtung einen einstöckigen Mensa-Anbau mit Küche und Speisesaal mit 94 Sitzplätzen bekommen. Kosten: 960 000 Euro. Ein Haufen Geld für eine Stadt, die gerade wieder neue Schulden macht und auch noch mehrere Bauprojekte vorantreibt (Bücherei, Bürgerhaus, Bauhof). Außerdem ist gar nicht klar, wie hoch der Bedarf an Schulessen tatsächlich ist. Viele ältere Schüler würden es wohl vorziehen, mitttags schnell zu Hause etwas in die Mikrowelle zu schieben oder sich im Osterather Ortskern zu versorgen, vermutet Schulleiter Burkhard Wahner.
Die Verwaltung schlägt daher in Abstimmung mit der Schule eine Alternative vor, die mit deutlich weniger Aufwand auskommen würde. Danach würde die bestehende Küche für 170 000 Euro umgebaut und modernisiert werden. Aus dem daneben liegenden heutigen Kunstraum würde ein Speisesaal für 60 bis 80 Schüler. Ziel wäre die tägliche Ausgabe von etwa 150 Essen.
100 000 Euro Fördergeld
Da es im Haus keine Ausweichmöglichkeiten für den Kunstunterricht gibt, soll dieser in zwei neu zu bauende Klassenräume umziehen (Kosten: 450 000 Euro). Für das Projekt könnte Meerbusch mit 100 000 Euro Fördergeld vom Land rechnen. Am Donnerstag wird der Aus- und Umbau im Schulausschuss besprochen (17 Uhr, Verwaltungsgebäude, Dr.-Franz-Schütz-Platz). Schuldezernentin Angelika Mielke-Westerlage rechnet damit, dass die Planung noch vor dem Sommer abgeschlossen sein könnte.
Während die Politik noch diskutiert, geht die Übermittag-Betreuung in der Realschule in den nächsten Tagen an den Start. Los geht es mit einer Gruppe von rund 20 Fünft- und Sechstklässlern. Zwischen 13.15 und 14.15 Uhr bekommen sie Mittagessen, das per "Cook-and-Chill" -Verfahren ("Kochen und Genießen") aufgewärmt wird. In den kommenden Wochen sollen alle Klassen "Probeessen".
Verkauf von Essensmarken?
Schulleiter Wahner sieht vor allem eine logistische Herausforderung auf Schule und Betreuungsverein (der die Küche betreiben wird) zukommen. Er sucht noch ein System, das es Schülern ermöglichen soll, zwei Tage im Voraus zu wählen, ob sie essen möchten – und wenn ja, welches Menu. So könnte sich die Küche an den Wünschen der Schüler orientieren, und die Menge der überzählig angelieferten Mahlzeiten würde minimiert. Möglich wäre etwa der Verkauf von Essensmarken an einem Schalter – wenn man denn Personal dafür findet.
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