Meerbusch: Paust bekommt zweite Chance
VON NORBERT STIRKEN - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010Düsseldorf (RPO). Am Sonntag war Wahltag. Während in Meerbusch 307 Männer und Frauen an der Abstimmung über die Besetzung des Integrationsrates teilnahmen, kandidierte Dr. Andreas Paust (SPD) in Böblingen für das Amt des Oberbürgermeisters. Der Bösinghovener vereinte 4808 Stimmen (35,53 Prozent) auf sich und geht nun in die Stichwahl am Sonntag, 21. Februar, gegen Wolfgang Lützner (CDU).
Morgen Abend läuft die Bewerbungsfrist für die Stichwahl ab. Bis dahin will sich Paust, der in den 80er Jahren in verschiedenen Fachausschüssen des Meerbuscher Stadtrates mitgewirkt hat, "pfiffige Wahlkampfideen" überlegen, um im Schlussspurt zu bestehen. "Es ist noch alles offen", schätzt der 48-jährige SPD-Fraktionsgeschäftsführer aus Dortmund seine Chancen ein. "ich werde um jede Stimme kämpfen." Die Wahlbeteiligung in Böblingen lag bei 40,8 Prozent.
Paust wird im Schwabenländle bei seiner Kandidatur von den Grünen unterstützt. Sein Gegenspieler hatte die Wahl eigentlich im ersten Durchgang für sich entscheiden wollen. "Eine Sau kann man schätzen, einen Wahlausgang nicht", kommentierte der Christdemokrat das Verpassen der absoluten Mehrheit. Den beiden Favoriten hatte der parteilose Johannes Söhner die meisten Stimmen (2289) streitig gemacht.
Von 1994 bis 1996 war Paust Mitglied des Kreistags im Rhein-Kreis Neuss. Parallel studierte er in Duisburg Sozialwissenschaften und promovierte an der Fernuni Hagen mit einer Arbeit über "Bürgerbegehren und Bürgerentscheid". Anschließend verdiente er sein Geld sowohl als Dozent und Lehrbeauftragter sowie als SPD-Fraktionsgeschäftsführer in Kiel, Wuppertal und Dortmund. Bei seiner Vorstellung in Böblingen wurde Paust tüchtig auf den Zahn gefühlt. Es sei eine Stadt, die finanziell äußerst solide dastehe, eine starke Wirtschaftskraft aufweise und hervorragende Zukunftsperspektiven habe, urteilte er.
Sein Kontakt zu der 46 000-Einwohner-Stadt sei über seine Tante entstanden, die im benachbarten Dettenhausen gewohnt habe. "Ich bringe aus meiner 20-jährigen Tätigkeit als Fraktionsgeschäftsführer den Erfahrungsschatz und das fachliche Rüstzeug mit, das ein Oberbürgermeister in Böblingen braucht", meint er.
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