Meerbusch: Pfahlsitzen Nierster Art
VON ALEXANDER RUTH - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010Düsseldorf (RPO). Zum ersten Mal veranstaltete die Karnevalsgesellschaft "Kött on Kleen" ein Pfahlsitzen. Durchhaltevermögen und ein unempfindlicher Magen waren für alle Teilnehmer die Voraussetzungen, um mitzumachen.
Nierst "Wir machen solange, bis nur noch einer sitzt", sagt Bernhard Horster von der Nierster Karnevalsgesellschaft "Kött on Kleen". Zum ersten Mal richteten die Nierster Narren das "Pfahlsitzen" im Festzelt an der "Alten Schule" aus und 13 tapfere Mannen aus den verschiedenen Wagenbau-Teams von "Kött on Kleen" ließen sich auf den Wettkampf ein.
Frohsinn, eine strapazierfähige Blase und ein unempfindlicher Magen sind die Voraussetzungen, die ein Kandidat am Rhein mitbringen muss. Denn die Spielregeln haben's in sich. Immer wieder reicht die Jecken-Crew den Teilnehmern Getränke und Speisen. Verlässt jemand seinen Platz, weil er beispielsweise auf die Toilette muss, scheidet er aus.
Normalerweise sitzen die Teilnehmer beim Pfahlsitzen auf einer auf einer 0,25 Quadratmeter großen Plattform eines rund zweieinhalb Meter hohen Pfahls. Ganz so streng nahmen es die Karnevalisten aber nicht. "Der Nierster Pfahl ist bei uns ein einfacher Barhocker", erklärte Schiedsrichter Bernhard Horster. Mogeln ist ausgeschlossen und unehrenhaft. "Eine Windel hat niemand von uns an", sagte Markus Menzen vom Team "Menzen II" und gab sich siegessicher.
Dann kamen die Speisen und es wurde richtig ernst. Sahnekuchen, Cornflakes und Milch wechselten sich mit Bier, Kaffee und Schnäpsen ab. "Das ist schon beim Zuschauen widerlich", sagte Willi Raven aus Nierst. Es dauerte knapp eine Stunde, da waren auch schon rund ein Liter Flüssigkeit und diverse Nahrungsmittel verputzt.
"Hätte ich gewusst, dass es Schoko-Küsse gibt, hätte ich auch mitgemacht", staunte der Nierster Ex-Prinz Andreas Monien. Peu à peu schieden die Kandidaten aus – grüne Gesichter inklusive.
Vielleicht waren es ja auch die scharfen Peperoni, die ein vorzeitiges Ende bei dem einen oder anderen Teilnehmer bewirkten. Tapfer bis Schluss hielten es René Gotzen, Hans-Jörg Schwarzer und Heinz-Georg "Hanky" Daniels aus. Es war das Mint-Oblätchen, das die Entscheidung brachte.
Nach rund zwei Stunden, mehr als zweieinhalb Litern Flüssigkeit und verschiedenen Häppchen stand die Entscheidung fest: Heinz-Georg Daniels entschied den Wettkampf für sich. "Ich hätte noch eine halbe Stunde länger ausgehalten", sagte der Gewinner nach seinem Triumph.
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