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Meerbusch: Politik trifft Schule

VON HEIKE SCHOOG - zuletzt aktualisiert: 23.04.2010

Düsseldorf (RPO). Schüler lieben es kernig: "Keine Kommunisten in NRW", forderte CDU-Kandidat Lutz Lienenkämper plakativ und erntete von den Schülern der Jahrgangsstufen zehn bis zwölf Donnerstag Applaus – den größten, während der gesamten Veranstaltung in der Aula des Mataré-Gymnasiums.

Lutz Lienenkämper (CDU), Dr. Robert Orth (FDP, in Vertreteung für Jan Cwik), Nicole Niederdellmann-Siemes und Oliver Keymis (Bündnis 90/Die Grünen) stellte sich den Fragen der Schüler im Mataré-Gymnasium (v.l.).   Foto: RPO
Lutz Lienenkämper (CDU), Dr. Robert Orth (FDP, in Vertreteung für Jan Cwik), Nicole Niederdellmann-Siemes und Oliver Keymis (Bündnis 90/Die Grünen) stellte sich den Fragen der Schüler im Mataré-Gymnasium (v.l.). Foto: RPO

Medienprofi Lienenkämper, NRW-Verkehrsminister und Landtagskandidat der CDU, hatte diese Aussage auf den Punkt gebracht, die zuvor die Kandidaten Nicole Siemens-Niederdellmann (SPD), Oliver Keymis (Die Grünen) und Dr. Robert Orth ebenso getroffen hatten – zum Thema Richtungswahl.

Vier Fragenkomplexe hatte Moderator und Lehrer Dr. Ludwig Witzani ausgewählt und vorbereitet. Er führte ein strenges Regiment in beide Richtungen: Fragen ja – aber bitte zielgerichtet; Antworten bitte – aber im Zeitrahmen. Das blieb nicht ohne Kritik.

Zum Thema Schulpolitik gingen die Fragen vor allem an Nicole Niederdellmann-Siemes. Mit der SPD-Vorstellung einer Gemeinschaftsschule, in der alle Schüler möglichst lange miteinander lernen, konnte sie bei den Gymnasiasten nicht punkten. Dabei würden "die Leistungsträger ausgebremst", kritisierte Schüler Marco Preis. Auch soziale Probleme, die durch eine nicht so homogene Klientel entstehen könnten, hinterfragten die Schüler. Kein Wunder. Denn zuvor hatte Moderator Witzani die Richtung vorgegeben. Er zitierte aus einer Studie, dass homogene Gruppen besser lernen würden als heterogene. Eine Auffassung, die Nicole Niederdellmann-Siemes widerlegte. Sie stellte die Chancengleichheit in den Vordergrund. Applaus gab es für Lienenkämper, der als CDU-Mann und Befürworter des dreigliedrigen Schulsystems das Gymnasium "weiter an der Spitze" sieht. 

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Landtagswahl

Gewählt wird der nordrheinwestfälische Landtag am Sonntag, 9. Mai

Wahlberechtigt sind 41 200 Meerbuscher, davon wählen zum ersten Mal die Jahrgänge von 1987 bis 1992 – knapp 2400 Erstwähler.

Wenig Begeisterung zeigten die Schüler für das Thema Finanzpolitik. Auch Verkehrsprobleme und dabei insbesondere der Fluglärm stießen bei den Schülern nicht auf Resonanz, obwohl die meisten in Büderich leben. Was Lienenkämper zu einer vehementen Verteidigung des Flugverkehrs – "wir brauchen das Flugzeug und den Flughafen" – verleitete, Niederdellmann-Siemes zu der Forderung, die Ausnahmegenehmigungen abzuschaffen, Oliver Keymis nach einer Kerosinsteuer rufen ließ, und Orth nach mehr Kontrolle bei den Ausnahmeregelungen, entlockte einem Schüler nur die leise Aussage, "man gewöhnt sich daran". Erst beim Thema Richtungswahl wurden die Gymnasiasten wieder wach. Moderator Witzani brachte das vielzitierte Schreckgespenst Rot-rot-grün gegen Schwarz-gelb in die Politikerrunde. Und wieder war Niederdellmann-Siemes die Adressatin. Die Sozialdemokratin, die zum ersten Mal für den Landtag kandidiert, schlug sich tapfer. Applaus heimste der FDP-Politiker Orth ein, als er versprach, dass es mit der FDP "kein anderes Land" geben werde. Merkwürdig still blieben die jungen Vertreter der Piratenpartei. Sie hatten bei einer ähnlichen Runde vor der Bundestagswahl im vergangen September ihre Anliegen deutlich nach vorn gebracht und viel gefragt.

Den Vorwurf von Marcel Winter, Wahlkampfmanager von Niederdellmann-Siemes, die Fragen seien einseitig ausgerichtet gewesen, wies Schulleiter Heinz Winterwerb auf RP-Anfrage zurück. "Das ist eine politische und keine parteipolitische Veranstaltung", sagte er. "Wir sind froh, dass wir unseren Schülern eine solche Diskussionsrunde bieten können."

Lesen Sie hier mehr zur Landtagswahl in NRW.

Quelle: RP

 
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